3 Dinge, die du von großen Medienhäusern über Abos lernen kannst
Abos sind ein bisschen der heilige Gral vieler Online-Businesses.
Statt jeden Monat aufs Neue etwas verkaufen zu müssen, bekommst du regelmäßig Geld aufs Konto. Planbare Umsätze, weniger Launch-Stress und idealerweise eine Community aus Menschen, die dauerhaft dabei bleiben wollen.
Klingt erstmal ziemlich gut, oder?
Allerdings gibt es bei Abo-Modellen eine Sache, die gerne unterschätzt wird: Du musst nicht nur Menschen davon überzeugen, bei dir zu kaufen...
... du musst ihnen auch dauerhaft einen Grund geben, zu bleiben!
Ein ziemlicher Unterschied.
Ich habe mich mit Lennart Schneider unterhalten, der sich seit Jahren mit Abo-Geschäftsmodellen beschäftigt und unter anderem mit großen Medienhäusern und Verlagen arbeitet.
Ich fand besonders spannend, wie viel man als kleines Online-Business von den Strategien lernen kann, die beispielsweise bei der New York Times, Netflix oder großen Software-Unternehmen eingesetzt werden.
Denn auch wenn du vermutlich keine eigene Entwicklungsabteilung mit 50 Leuten hast (ich zumindest nicht), lassen sich einige der Prinzipien ziemlich gut auf kleinere Businesses übertragen.
Drei davon möchte ich dir heute zeigen.
1. Der wichtigste Moment kommt direkt nach dem Kauf
Stell dir vor, jemand schließt gerade eine Membership bei dir ab.
Was passiert dann?
Vielleicht bekommt die Person eine automatische E-Mail mit ihren Zugangsdaten. Vielleicht landet sie in einem Mitgliederbereich mit 47 verschiedenen Kursen, einem riesigen Archiv und einer freundlichen Begrüßungsnachricht.
Und dann?
Tja. Dann muss sie sich erstmal selbst zurechtfinden.
Das klingt erstmal nicht besonders dramatisch. Schließlich hat die Person ja Zugang zu all den tollen Inhalten bekommen, für die sie bezahlt hat.
Das Problem: Gerade in der ersten Abo-Periode kündigen besonders viele Menschen wieder.
Und zwar, weil sie den eigentlichen Wert noch gar nicht erlebt haben - denn sie sind ja gerade erst dazugekommen und...
... haben dann einfach nicht sofort so recht "rein gefunden".
In der Abo-Welt gibt es dafür einen wichtigen Begriff: den Aha-Moment.
Das ist der Moment, in dem jemand zum ersten Mal denkt: „Wow, genau dafür habe ich bezahlt!“
Canva ist dafür ein ziemlich gutes Beispiel. Wenn du dich dort anmeldest, wirst du nicht einfach vor eine leere Designoberfläche gesetzt und sollst selbst herausfinden, was du damit anfangen könntest.
Stattdessen bekommst du Vorlagen, Vorschläge und ziemlich einfache Möglichkeiten, direkt dein erstes Design zu erstellen.
(Alles übrigens ziemlich IN YOUR FACE, du kommst im Prinzip nicht drumherum.)
Im Idealfall hast du innerhalb weniger Minuten etwas produziert, das richtig gut aussieht.
Und plötzlich verstehst du, warum du Canva überhaupt brauchst. aha
Das gleiche Prinzip kannst du auf dein eigenes Business übertragen.
Wenn jemand deine Membership kauft, muss der erste Schritt nicht unbedingt sein, dass du sämtliche Inhalte vorstellst. Viel sinnvoller könnte es sein, die Person direkt zu einem ersten kleinen Erfolgserlebnis zu führen.
Das kann beispielsweise ein bestimmter Kurs sein, eine konkrete Übung, eine persönliche Empfehlung oder einfach eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl aus deinem Archiv.
Dafür brauchst du übrigens keine komplizierte Technik.
Vielleicht reicht schon eine gut gestaltete Seite direkt nach dem Kauf, auf der du die Person fragst, was sie gerade erreichen möchte, und ihr daraufhin drei passende Inhalte empfiehlst.
Das funktioniert übrigens auch bei kostenlosen Angeboten!
Wie oft hast du schon einen Newsletter abonniert und als erste E-Mail lediglich ein „Herzlich willkommen, schön, dass du dabei bist!“ bekommen?
(Ich hatte das zum Beispiel vor Kurzem aus Versehen bei meiner Warteliste-Anmeldung!)
Das ist eigentlich eine riesige verschenkte Chance. Denn genau in diesem Moment ist das Interesse besonders groß. Zwei Wochen später, wenn die erste reguläre Newsletter-Ausgabe kommt, hat die Person womöglich schon wieder vergessen, wer du überhaupt bist.
Die Frage für dein Business ist also: Was ist der erste Moment, in dem deine Kunden den tatsächlichen Wert deines Angebots erleben? Und wie kannst du dafür sorgen, dass sie möglichst schnell dort ankommen?
2. Die Leute kommen vielleicht für etwas völlig anderes, als sie am Ende bleiben
Diesen Punkt fand ich besonders spannend, weil ich ihn selbst schon in meinen eigenen Angeboten beobachten konnte.
Als ich noch meine großen Online-Kurse angeboten habe, gab es Menschen, die diese teilweise über Jahre hinweg verlängert haben. Die Angebote hatten damit in gewisser Weise Membership-Charakter.
Und natürlich dachte ich erstmal, dass die Leute vor allem wegen der fachlichen Inhalte dabei waren.
Schließlich hatten sie ja einen Kurs gekauft, um etwas zu lernen! (dachte ich unbedarfterweise...)
Aber als ich angefangen habe, genauer nachzufragen, warum sie verlängern und was sie an dem Angebot besonders schätzen, kamen plötzlich ganz andere Antworten.
Da ging es um die anderen Teilnehmer. Um regelmäßige Inspiration. Um den kleinen Tritt in den Hintern, den man manchmal braucht. Um feste Termine, die dafür sorgen, dass man tatsächlich etwas umsetzt. Oder einfach darum, nicht alleine mit seinen Business-Herausforderungen zu sein.
Die Leute kamen wegen des Wissens. Aber sie blieben wegen sieben anderer Dinge.
Und genau das beobachten auch große Medienhäuser.
Ein besonders interessantes Beispiel ist die New York Times.
Man könnte ja denken, dass Menschen ein kostenpflichtiges Zeitungsabo abschließen, weil sie hochwertigen Journalismus lesen möchten. (ha) Und natürlich ist das ein wichtiger Grund.
Aber weißt du, was unglaublich viele Menschen dazu bringt, jeden Tag wieder auf die Website zurückzukommen?
Spiele!
Ja, ernsthaft.
Die New York Times hat inzwischen ein riesiges Angebot an Spielen wie Wordle, Spelling Bee und Kreuzworträtseln. Dazu kommen weitere Angebote wie Rezepte oder Sportberichterstattung.
Und diese verschiedenen Bestandteile erfüllen für die Abonnenten ganz unterschiedliche Bedürfnisse.
Vielleicht möchte jemand morgens informiert werden, abends ein Rezept fürs Abendessen suchen und zwischendurch sein tägliches Worträtsel lösen.
Das ist natürlich eine ziemlich andere Kundenbeziehung als bei einem Produkt, das man nur alle paar Wochen nutzt.
In der Produktentwicklung gibt es dazu das Konzept der Jobs to be Done.
Vereinfacht gesagt: Menschen kaufen keine Produkte, sondern suchen nach Lösungen für bestimmte Aufgaben oder Bedürfnisse.
Und je mehr relevante Bedürfnisse dein Angebot erfüllt, desto schwieriger wird es für deine Kunden, darauf zu verzichten.
Wobei das natürlich NICHT bedeutet, dass du jetzt wahllos immer neue Features in deine Membership packen solltest.
Ich sehe gerade bei Online-Unternehmern oft genug, dass sie versuchen, ihre Angebote immer umfangreicher zu machen, weil sie glauben, dass mehr Inhalte automatisch mehr Wert bedeuten.
Das ist aber nicht unbedingt der Fall.
Viel interessanter ist die Frage, welche Bedürfnisse deine Kunden tatsächlich haben - und welche davon du vielleicht bisher gar nicht auf dem Schirm hattest.
Ein Beispiel aus dem Online-Kurs-Bereich: Manche Anbieter haben festgestellt, dass ihre Kunden die regelmäßigen Inhalte eigentlich viel lieber unterwegs anhören möchten, statt sich Videos anzuschauen.
Also haben sie zusätzlich eine Audio-Version angeboten, die sich wie ein Podcast konsumieren lässt.
Und plötzlich wurden die Inhalte deutlich häufiger genutzt.
Deshalb finde ich es so wichtig, mit bestehenden Kunden zu sprechen. Nicht nur zu fragen, ob ihnen dein Produkt gefällt, sondern auch, wie und warum sie es tatsächlich nutzen.
Die Antworten können ziemlich überraschend sein.
3. Ein Abo endet nicht mit der Kündigung
Wenn du dich mit klassischem Online-Marketing beschäftigst, kennst du vermutlich den berühmten Funnel.
Oben kommen Menschen rein, unten kaufen ein paar davon etwas. Und dann beginnt das Spiel von vorne.
Bei einem Abo-Geschäftsmodell funktioniert das allerdings etwas anders.
Denn der eigentliche Teil der Kundenbeziehung beginnt ja erst mit dem Kauf.
Du musst dafür sorgen, dass die Menschen dein Angebot nutzen, zufrieden bleiben und idealerweise verlängern. Gleichzeitig wirst du aber immer auch Kunden verlieren.
In der Abo-Welt nennt man das Churn, also die Abwanderung von Kunden.
Hier machen große Abo-Unternehmen etwas Interessantes: Sie betrachten die Kündigung nicht unbedingt als das endgültige Ende der Kundenbeziehung.
Das kennst du vielleicht selbst von Streamingdiensten.
Du abonnierst Netflix, schaust eine Serie, kündigst wieder und kommst sechs Monate später zurück, weil es eine neue Staffel gibt.
Und inzwischen haben viele Anbieter verstanden, dass dieses Verhalten völlig normal ist.
Es muss also gar nicht darum gehen, Menschen um jeden Preis dauerhaft im Abo zu halten.
Viel wichtiger kann sein, dass sie gerne wiederkommen. hello again!
Und dafür spielt die Erfahrung rund um die Kündigung eine ziemlich große Rolle.
Story time...
Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen ich Adobe-Produkte abonniert hatte und zum Kündigen mit dem Kundenservice chatten musste. Teilweise musste ich sogar darauf bestehen, mit einem Manager zu sprechen, damit meine Kündigung endlich akzeptiert wurde.
Das war so ein furchtbarer Prozess, dass ich mir anschließend dreimalüberlegt habe, ob ich wirklich nochmal ein Adobe-Abo abschließen möchte.
Inzwischen funktioniert das zum Glück deutlich einfacher.
Aber das zeigt eben auch: Wer Menschen nicht gehen lassen will, sorgt womöglich dafür, dass sie nie wiederkommen.
(Ich sehe das übrigens auch an diesem Newsletter hier! Manchmal machen Leute ein Jahr Pause, aber dann abonnieren sie ihn wieder...)
Noch ein Punkt, den ich in diesem Zusammenhang wichtig finde, ist, wie man Bestandskunden behandelt.
Für mich persönlich immer voll das wichtige Thema.
Ich finde es nämlich übertrieben ärgerlich, wenn man irgendwo jahrelang treuer Kunde ist und dann feststellt, dass Neukunden plötzlich 80 Prozent Rabatt bekommen, während man selbst brav den vollen Preis bezahlt.
Bei meinen eigenen Angeboten hatte ich deshalb immer die Philosophie: Wer früher kauft, soll dadurch Vorteile haben.
Wenn jemand zum Beispiel zu einem bestimmten Preis eingestiegen ist, konnte diese Person den Preis bei einer Verlängerung behalten. Auch wenn das Angebot für Neukunden inzwischen teurer geworden war.
Ich glaube, dass man gerade als kleines Business mit solchen Dingen wahnsinnig viel Vertrauen aufbauen kann.
Okay, also das Fazit zu diesem Punkt: Du musst nicht jeden Kunden für immer halten. Aber du kannst dafür sorgen, dass Menschen gerne bei dir kaufen, gerne bleiben und auch gerne wiederkommen.
Das ist langfristig wertvoller als irgendein komplizierter Kündigungs-Funnel, mit dem man Menschen möglichst lange festhalten möchte. let it goo
Und noch ein Gedanke zum Schluss ...
Vielleicht hast du jetzt beim Lesen gedacht: Okay, das klingt ja alles ziemlich gut. Vielleicht sollte ich auch endlich ein Abo anbieten!
Da möchte ich allerdings noch eine kleine Warnung hinterherschicken.
Denn Abos sind zwar ein unglaublich spannendes Geschäftsmodell, aber eben auch eines der anspruchsvolleren.
Hier kannst du alles zu "Memberships" im Speziellen lesen
Du bekommst nicht einfach regelmäßig Geld aufs Konto, sondern ... (jetzt kommt der Downer!) du gehst auch gleichzeitig eine dauerhafte Verpflichtung ein.
Und das wird meiner Meinung nach gerade im Creator- und Online-Business-Bereich oft unterschätzt.
Wenn du beispielsweise eine Membership für 19 Euro im Monat startest und dann 30 zahlende Mitglieder gewinnst, hast du 570 Euro monatlichen Umsatz.
Dafür musst du aber ständig neue Inhalte erstellen, Fragen beantworten, deine Technik betreuen und dafür sorgen, dass deine Mitglieder zufrieden sind.
Herzlichen Glückwunsch, du hast dir gerade einen ziemlich schlecht bezahlten Dauerjob gebaut.
Das ist ja echt nicht der Sinn der Sache.
Ich würde deshalb niemals ein Abo-Modell starten, nur weil ich gerne wiederkehrende Umsätze hätte.
Viel wichtiger ist, dass das Produkt selbst funktioniert, dass du weißt, warum Menschen langfristig dafür bezahlen sollten, und dass die wirtschaftliche Rechnung auch tatsächlich aufgeht.
Denn wenn das der Fall ist, können Abos ein schniekes Geschäftsmodell sein.
Wenn nicht, hast du statt planbarer Umsätze vor allem planbare Verpflichtungen.
Und die wollen wir ja nun auch nicht unbedingt sammeln.
Hör jetzt die Podcastfolge dazu:
Regelmäßige Einnahmen, planbare Umsätze und weniger Abhängigkeit von einzelnen Launches oder Werbepartnern? Klingt ziemlich nice, oder? 😎
Lennart Schneider ist Experte für bezahlte Abos und Newsletter und beschäftigt sich intensiv damit, wie große Medienhäuser und Unternehmen wie Netflix, Spotify oder die New York Times ihre Abo-Modelle aufbauen und optimieren.
In dieser Folge sprechen wir darüber, was du dir von den Großen abschauen kannst, ob ein Abo-Modell für dein eigenes Business sinnvoll ist und worauf du dabei unbedingt achten solltest.
Und das Coole: Du brauchst dafür weder ein riesiges Team noch die technischen Möglichkeiten eines Großverlags. Viele Strategien lassen sich auch mit einfachen Tools und einem kleinen Business umsetzen.
Aber unterschätze das Ganze nicht: Abo-Modelle sind ziemlich komplex und definitiv kein Selbstläufer!
Wie du ein Abo-Modell aufbaust, das nicht nur neue Kunden gewinnt, sondern sie auch langfristig bindet, hörst du in der neuen Creatorway-Folge! 🎧
Mehr zu Lennart findest du hier:
Folge 0043: ✉️ Newsletter boosten & Geld damit verdienen (mit Lennart Schneider)
Folge Subscribe now mit Victoria: Wie macht man sich unabhängig von Social Media?
Hör dir das Interview mit Lennart jetzt in Folge #0312 des Creatorway-Podcasts an:
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Uneditiertes Transkript zur Folge:
Victoria (00:01.317)
Lennart, du bist zurück. Ich liebe es ja immer, Wiederholungstäter hier im Podcast zu begrüßen und weise immer darauf hin, so ja ja, hört euch die Hintergrundgeschichte an zu den Leuten, die wir ja schon mal irgendwann ausführlich hier besprochen haben, die wir in die Show losetzen werden. Heute wollen wir aber über ein cooles neues Thema reden, nämlich du bist ja der absolute Abo-Profi. Man kennt dich als den Abo-Experten und da ich
in letzter Zeit öfter über das Thema geredet habe, wiederkehrende Umsätze für Creator-Menschen, für Experten, für Online-Business-Menschen, war das natürlich extrem passend und an der Zeit, wir überhaupt mal über das Thema reden. Plus, du hast gerade ein Buch dazu geschrieben. Herzlichen Glückwunsch! Wie ist das Gefühl? da hält er es in die Kamera. Subscribe now! Das ist keine Schleich-Werbung. Mach das richtig, äh, mach das zu Trampel-Werbung.
Lennart (00:39.263)
Richtig, Dankeschön! Hier, kleine Schleichwerbung zu starten.
Lennart (00:48.784)
Dafür sind wir ja hier.
Victoria (00:50.239)
Subscribe now, das ultimative... Warte mal, halt das noch mal hin. Haltet ihr das Video gucken? Genau. Lennart hat ein Buch darüber geschrieben, wie man mit Abos Geld verdient. Und ich war ja... Also ich bin tatsächlich noch nicht ganz durch, aber ich hab dir, glaub ich, auch schon geschrieben gehabt, dass ich das Intro total cool fand und extrem viel gelernt hab, allein schon dort. Und das ist ein Fachbuch, das heißt, man muss sich da schon ziemlich reinsetzen, weil es sehr fachbuchmäßig ist. Aber Alter, da gibt's viel zu lernen. Und deswegen hab ich gesagt, wir müssen jetzt mal die... Ich sag mal die...
Lennart (00:54.542)
So.
Lennart (01:09.838)
Danke schön.
Victoria (01:19.757)
Die für Aufmerksamkeit geschädigte Menschen kompatible Version ist heute dieses Interview. Das heißt, es ist im Prinzip die, die Learnings, wenn man keine Lust hat, was zu lesen, aber ich würde euch trotzdem empfehlen, das zu lesen. Von daher, was ist das? Das Buch heißt ja Subscribe Now! Und ich glaube, wir als allererstes, bevor wir mal einsteigen, zu definieren Abo, Subscription, was ist denn so die, was für ein Wording benutzen wir?
Lennart (01:46.271)
Also, ich muss immer ein bisschen klarstellen, da ich zwei Themenschwerpunkte habe, ich beschäftige mich mit Newslettern und mit Abos, dass es nicht das Gleiche ist. allgemeinen Sprachebrauch sagt man ja ganz oft, abonniere meinen Newsletter. Es spricht doch nichts dagegen, aber mir geht es wirklich bezahlte Abos, weil das dann doch nochmal ein ganz anderer Schnack ist. Also eher so Netflix, Spotify, Die Zeit und Co. Also all das, wo man monatlich von seinem Konto viel Geld dafür bezahlt, dass man Zugriff auf irgendwas bekommt.
wohingegen Newsletter zwar auch super spannend sind, aber Newsletter sind halt eher so ein Content-Format, dem man folgt. ich unterscheide da lieber dann zwischen abonnieren und folgen. Dementsprechend, wenn man sich jetzt Wachstumstipps für sein Newsletter erhofft, gibt es da relativ wenig. Wenn man sich Tipps dafür verspricht, wie man Kunden dazu bekommt, dass sie einem regelmäßig Geld geben, dann gibt es da viele Tipps zu.
Victoria (02:39.499)
Und wer würde das nicht gerne wollen? Und ich glaube tatsächlich auch, dass wir in einer der vergangenen Folgen schon mal über Newsletter geredet haben, weil wir beide absolute Newsletter-Fans sind. Das heißt einfach auch jeder Disclaimer für alle, wir reden heute über bezahlte Abos mit Geld und nicht über Newsletter-Abonnenten.
Lennart (02:41.55)
Möchtest du?
Lennart (02:55.406)
Ganz genau. Und was du beschreibst, also dass du schon das erste Kapitel gelesen hast und gut fandest, das freut mich natürlich sehr. Ich sag mal ganz gern, das erste Kapitel ist, glaube ich, für Einsteiger, die nicht in der Branche arbeiten, auch noch interessant, weil da fühlt man sich auch als Konsument der ganzen Abos ganz gut abgeholt und merkt ein bisschen, wie sich die Wirtschaft auch transformiert hat in den letzten Jahrzehnten.
Dieser Trend, dass man ganz viele Dinge, die man früher gekauft hat, mittlerweile abonniert, bis hin zu Software bei Photoshop, Wigmar & Co., über Fahrräder oder sogar Autos, das merkt man ja im eigenen Leib und deswegen das erste Kapitel zeichnet diese Veränderung nach und welche Konsequenzen das dann auch hat, also für die Nutzer, aber auch für die ganze Wertschöpfungskette, die dahinter steckt.
Und danach wird es dann so bisschen nördiger. Das ist dann wirklich für die Leute, die in der Praxis mit Abos zu tun haben. Also da geht es dann die ganzen Conversion Rates und wie man sie optimiert.
Victoria (03:50.222)
Also die ganzen harten Fakten und so weiter. Aber ich finde das gut, weil wir wollen uns leider so bisschen rauspicken, was man denn sich auch so bisschen an Tipps und Learnings mitnehmen kann, wenn man jetzt nicht gerade ein Großverlag ist oder Netflix heißt oder Spotify, weil die meisten, die hier sitzen, besitzen leider nicht Netflix. Also wer weiß, aber wer hier so zuhört, selbst du besitzt Netflix. Ich überlege gerade, ob ich das vielleicht irgendwo in irgendeinem Ding habe, aber
Lennart (03:53.102)
Richtig.
Lennart (04:10.338)
Nee, ist ja ein Aktienunternehmen, was selbst ich besitze, Netflix.
Victoria (04:18.509)
Wir richten uns heute an normale Menschen mit einem kleinen Business, die aber sagen, Abo-Modelle, spannend als Creator, als Expertenmensch, als jemand, der sagt, er hat eine bestimmte Audience. Und ich würde dir einfach mal so bisschen die Bühne lassen, dass wir einfach durchgehen, was du denn aus deinen, du hast dich ja sehr, sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt und machst das auch in deinem Podcast und so weiter. Und ich war ja in deinem Podcast und habe mal darüber über die andere Richtung geredet, quasi was Medienunternehmen von
Lennart (04:45.286)
Sichtig.
Victoria (04:47.89)
Kraters lernen können. Und jetzt machen wir einfach die Umkehrung heute.
Lennart (04:51.992)
Ich wiederhole einfach das, ich von dir gelernt habe. Das war auch eine ganz Menge insofern.
Victoria (04:55.175)
Ja, einfach nur die Worte austauschen, musst einfach immer sagen. Du musst einfach immer nur Medienunternehmen einsetzen. ist so Copy-Paste-Style. Nee, aber erst mal ehrlich, fangen wir doch mal an bei so den, so die ersten Basic Learnings, wo du sagst, das ist schon mal so, darum kommt man nicht herum, wenn es Abos geht.
Lennart (04:57.006)
Richtig. Kein Style.
Lennart (05:16.398)
Also ich glaube, erstmal geht es vielleicht darum, warum sollte man überhaupt ein Abo anbieten? Also der große wirtschaftliche Zent kommt vor allem daher, dass Abo's einem eine enorme Planbarkeit geben. Also man weiß, dass die Nutzer, einem heute Geld geben, das im besten Fall im nächsten, im übernächsten und vielleicht auch noch im Jahr danach tun werden. Das heißt, man hat eine ganz andere wirtschaftliche Grundlage. Wenn man jetzt sehr stark von Werbeeinnahmen abhängig ist, hat man es vielleicht selbst auch schon gemerkt, dass das sehr
wenig planbar ist. Also es kann sein, dass ein großer Kunde wegbricht und schon ist der Monatsumsatz dahin und Abos geben einem halt eine große Planbarkeit. Der zweite große Faktor ist, dass man so ein bisschen seine Zielgruppe ändert. Also wenn man werbefinanziert war, dann macht man de facto ja seine Arbeit eher für die Werbekunden und weniger für seine Leser, Nutzer, Hörer, wie auch immer. Das heißt, man hat
automatisch so einen kleinen Interessenkonflikt und trifft manchmal Entscheidungen, die vielleicht nicht im Sinne der eigenen Zielgruppe sind. Und wenn man auf Abos umstellt, dann hat man halt einen hundertprozentigen Fokus auf die Menschen, die das konsumieren und die bereit sind, dafür Geld auszugeben. Ich hatte vor kurzem mal den Gaming-Podcaster Gunnar Lott zu Gast. Der hat einen sehr großen und erfolgreichen Podcast über Retro Games. der ist so eine Mischung aus alter Verlagswelt noch, aber eigentlich jetzt eher als Creator unterwegs. Und
Der hat halt auch gesagt, er freut sich genau über diese Unabhängigkeit, dass er sich nicht erpressen lassen kann von irgendwelchen Werbekunden und dass er wirklich den 100 %igen Fokus auf seine Hörerinnen und Hörer hat. Das ist, ich, erst mal das ganz Essentielle, was man verstehen muss. Aber abseits von diesen ganzen Vorteilen, sage ich auch mal ganz gerne, Abo verpflichtet auch. Die Seite wird oft unterschätzt. Ja, genau.
Victoria (07:03.533)
Mist! Mist!
Lennart (07:06.996)
Das, was man den Nutzern einmal beim Abschluss garantiert hat, das muss man dann auch regelmäßig liefern. Dementsprechend ist es vielleicht auch eine Gefahr gerade für Creator, die noch am Anfang stehen, dass man das Abo vielleicht zu früh startet, bevor man wirklich so Product Market Fit gefunden hat, bevor man weiß, was die Menschen von einem dauerhaft wollen, weil man ein bisschen weniger experimentieren kann, wenn man schon mal zahlende Nutzer hat. Also dann muss man halt quasi
das weiterhin bieten, was man garantiert hat und hat ein bisschen weniger Experimentierfläche. Das ist vielleicht so eine kleine Warnung zum Start. Also macht das erst dann, wenn ihr euch relativ sicher seid, dass ihr schon ein richtiges Produkt gefunden habt.
Victoria (07:46.754)
Voll der gute Take. hatte tatsächlich, weil du auch das Geschäftsmodell Werbeeinnahmen eben genannt hast, es ist auch, glaube ich, bei vielen, so eigene Produkte haben. Ich habe auch sehr viele hier, die zuhören, die eigene Produkte haben, zum Beispiel, was auch immer, Online-Kurse, egal. Oder auch physische Sachen. Aber auch gerade bei den Online-Kursleuten, die wollen sich oft davon befreien, diese Einzelpromos, weil das ist ja das Gleiche wie bei Werbekunden, dass man sagt, ich muss immer wieder dieses Zeug verkaufen und so und dann immer so bisschen darin sehen, so, ja, cool, wenn ich da dauerhafte Einkommen habe, dann wird alles einfacher.
Lennart (08:15.118)
Mhm.
Victoria (08:15.341)
Aber genau wie du sagst, da muss man halt auch dauerhaft was liefern. Und das wird unterschätzt, aber auch da ist eben nicht der Interessenskonflikt, ich verkaufe dir was, haha, und dann bin ich weg, sondern ich verkaufe dir was und muss immer wieder liefern, damit das eben dann auch, ja, der Nutzen dauerhaft bei den Personen hängen bleibt. das ist fort, also, ich hab ja jetzt auch schon ein Leute hier gehabt, zum Beispiel unter anderem Tim Gelhausen und Lea Gildjes, wen das interessiert, könnte ich mal anhören, wie das so funktioniert. Die haben auch so quasi so Dauer-Membership-Ding gegründet.
die liefern halt ständig neue Sachen. Also da muss man halt wirklich dahinter sein sozusagen. Aber wie du auch gesagt hast, die haben genau auch gesagt, dann der Interesse, also man hat genau die gleichen Interessen. Die Leute wollen coole Inhalte und man selber muss dann halt coole Inhalte liefern, statt sich immer auf neue Leute zu konzentrieren ausschließlich.
Lennart (09:04.154)
Genau. Also eine der wichtigsten Vokabeln, die man lernen muss, wenn man sich mit Abo beschäftigt, ist ja so ein Churn. Also Churn sind die Nutzer, die man pro Monat oder pro Jahr dann verliert und prozentual kann man grob sagen, dass so, ich sag mal, zwei bis acht Prozent im Normalfall pro Monat einen auch wieder verlassen werden, die kündigen ihr Abo. Und die muss man dann auch
Victoria (09:14.562)
verbrennt.
Lennart (09:29.734)
auffangen und gleichzeitig muss man halt sehr vieles dafür tun, dass man diesen Churn auch runterbekommt. Also eine hohe Churn-Quote ist immer ein Signal dafür, dass entweder das Produkt noch nicht gut genug ist oder dass die Nutzer von irgendwas frustriert sind, dass die Engagement-Strategie vielleicht auch noch nicht funktioniert. Dementsprechend geht es bei Abus halt nicht nur darum, wie viele neue Kunden man vorne reinholt, sondern dass man die, die man dann einmal gewonnen hat, auch wirklich lange bei der Stange hält.
Man hat halt so mehrere Dimensionen, in die man optimieren muss. Ich spreche mal von so drei Dimensionen. Dass man einerseits die Neukunden-Erquise hat. Da merkt man so bisschen das initiale Interesse. Dann hat man die Bindung, also wie lange bleiben die Nutzer dabei? Da merkt man dann, ob man wirklich ein Produkt hat, was die Leute langfristig zufriedenstellt, was sie auch langfristig brauchen. Und die dritte Dimension, auch oft unterschätzt, ist die Monetarisierung. Also wie hoch ist mein ARPU, der Average Revenue per User oder per Paying User, je nachdem.
Und das ist quasi dann der durchschnittliche Monatsumsatz, den man sich durch Shabbat-Aktionen auch bisschen verlängern kann, den man durch Upgrades auch erhöhen kann. Und das ist natürlich auch eine wahnsinnig spannende Dimension, über die man von Anfang an nachdenken sollte.
Victoria (10:42.303)
Und das ist natürlich, wenn man jetzt mit so großen Unternehmen arbeitet, da sitzen wahrscheinlich pro Themengebiet dann immer mehrere Leute dran. Das heißt, das ist relativ schnell komplex, wenn man das Ganze alleine macht. Das heißt, ich glaube, wenn man jetzt so ein bisschen sich das anguckt, dann ist es cool, dass du jetzt mal drei Sachen genannt hast, weil ich glaube, wenn man in dein Buchblatt hat und so weiter, dann sieht man ja auch so, das kann sehr schnell sehr kompliziert werden und was man da sich alles für Funnel uns überlegen kann. Also, das ist hochspannend. Aber wenn man jetzt quasi auch anfängt zu gucken, was
Lennart (10:51.934)
Mhm.
Victoria (11:11.121)
was denn jetzt so ein Kernthema ist. Also ein Thema, was auch mal wieder auftaucht, ist so dieses Neuenutzer-Erfahrung, was ist ja mal ein User Experience, wo man sagt, okay, die Leute kommen erst mal rein. Das ist ja schon mal so die erste Schwelle. Was kann man da machen? Und vor allem, was ist auch als Einzelperson möglich zu machen?
Lennart (11:30.354)
Genau, also das ist, würde ich mal sagen, der absolut entscheidende Moment in jedem Abo. Das merkt man auch daran, dass die Kündigungen in der ersten Abo-Periode mit Abstand am höchsten sind. es gibt, hast du was gesagt?
Victoria (11:40.41)
okay.
Victoria (11:43.787)
Ich hab gesagt, okay.
Lennart (11:45.743)
Das war hier ein bisschen verzögert die Aufnahme. Genau, das ist glaube ich so ein Dauerthema, dass ganz viele Menschen auch reinkommen, probieren es aus, finden nicht das, was sie erwartet haben und kündigen wieder. Oder gerade im Pressebereich, in dem ich viel unterwegs bin, dass sie eigentlich nie das Ziel hatten, ein Abo abzuschließen. Also die wollten einen Artikel lesen, haben dann ein Angebot gesehen, vier Wochen für einen Euro.
haben das dann mal mitgenommen für diesen einen Artikel, weil es ja nicht viel Geld, aber haben dann sofort eine Kündigung eingereicht, also so Instant Churn. Genau, und 100.000 andere. Dementsprechend in den ersten Sekunden, würde ich fast schon sagen, entscheidet sich, ob ein Abo-Modell funktioniert oder nicht. Und da gibt es den Begriff die New User Experience, also was sehen, erleben die Menschen in den ersten Minuten? Und da sollte man sich
Victoria (12:17.331)
Das bin ich, das Designutzer bin ich.
Lennart (12:40.19)
sehr viele Gedanken darüber machen. Also eine Frage ist zum Beispiel, wie kriege ich sie dazu, dass sie sofort den Wert erleben? Also es gibt, man spricht oft von diesem Aha Moment. Also das ist das erste Mal, wo du das Gefühl hast, okay, das ist wirklich genau das, was ich erwartet habe. Das ist vielleicht sogar noch besser als das, was ich erwartet habe. Und man kann das ganz gut bei so Software Abos sehen, dass die versuchen, wenn du, Kenver nutzen wahrscheinlich viele deiner Hörerinnen und Hörer, wenn du
kennen wir, wenn du dich da registrierst, dass die dich unglaublich schnell dahin führen, dass du dein erstes Design erstellst. Vielleicht auch schon mit irgendwelchen Vorlagen, die sie dir an die Hand geben. Die sagen dir dann auch schon, hast du mal überlegt, eine Geburtstagskarte zu erstellen oder willst du hier einen Social Media Post machen? Die versuchen also, das bisschen zu verstehen. Was bist du für Nutzer Typ? Was hast du für Bedürfnisse? Und dann leiten sie dich dahin, dass du vielleicht innerhalb von fünf Minuten schon das erste Design hast.
aus, viel besser als du es alleine hinbekommen hättest, ohne Templates und ohne Canva. Und dann ist der Aha-Moment, den sie sogar messen können, dass du dieses Design dann abspeicherst oder irgendwo teilst. Also die haben dann wirklich so eine Art Tracking, herauszufinden, dieser Nutzer hat den Moment erreicht, dieser Nutzer hat den Moment nicht erreicht. Und da sollte man beim eigenen Produkt auch mal darüber nachdenken, was ist eigentlich dieser Aha-Moment?
Ist das, wenn Sie zum ersten Mal eine meiner Premium-Episoden hören als Podcaster? Ist das, wenn Sie zum ersten Mal eine exklusive Newsletter-Ausgabe lesen? Ist das vielleicht der Moment, wo Sie eine Personalisierungsfunktion nutzen, wenn Sie sich eine Merkliste anlegen oder wenn Sie das Thema auf sich zuschneiden? Ist das vielleicht, wie bei KI-Tools, das erste Mal, wenn Sie einen Prompt eingeben und dann denken, wow, krass, das ist wirklich smart? Also wahrscheinlich erinnert sich jeder an seinen ersten Chat-GPD-Moment, wo man sich dachte,
Was zur Hölle ist das hier? Und das ist wirklich so ein ganz krasser Aha-Moment. Und der hat ja in dem Fall auch dazu geführt, dass die Leute so begeistert waren, dass sie es jedem weitererzählt haben. Und innerhalb von wenigen Tagen hatten sie 100.000 Nutzer, weil dieser Aha-Moment so stark war. Und das ist die, würde ich mal sagen, erste Frage. Was ist mein Aha-Moment? Und was sind Hürden auf dem Weg dahin? Was hält Menschen vielleicht auch von ab, das überhaupt erst mal zu entdecken? Und wie kann ich das verbessern?
Victoria (14:56.749)
Das ist ein richtig, richtig guter Tipp. Und ich finde, man kann auch Beispiele davon, jetzt mal auch abgesehen von bezahlten Abos, auch bei so vielen Unternehmen sehen, die davon leben, dass man immer wieder dahin kommt. Ich hab zum Beispiel vor kurzem bei Pinterest, of all places, und die lassen einen keinen neuen Account einrichten, ohne dass man fünf Pflichtinteressen angeben muss, damit sie einem direkt, sobald man den Knopf drückt, dass die einem dann so direkt solche Sachen zeigen, damit die einem eben nicht so generisches Zeug vorlegen, sondern da musst du sagen,
Lennart (15:09.934)
Mhm.
Lennart (15:22.306)
Ja.
Victoria (15:23.785)
Ich interessiere mich für Kochen, für was auch immer, was ich nicht tue. Aber ich meine Nischeninteressen sind immer so nischig. Da gibt es gar nicht die Auswahl in diesen Dingern. Aber das fand ich interessant. Die lassen dich nicht dadurch, ohne dass du das auswählen musst. Weil die wissen, wenn ich da irgendwelches allgemeines Zeug vorgeschoben bekomme, dann werde ich danach nie wieder reingehen. Und das fand ich mega spannend. Und das ist ja nicht mal ein bezahltes Tool, sondern einfach ein gratis Tool.
Lennart (15:52.283)
Genau, also das gilt auch für viele kostenlose Produkte natürlich genauso. Und ich finde, ein ähnliches Beispiel hat man selbst auch schon bei Netflix erlebt. Also wenn man Netflix zum ersten Mal aufmacht, dann zeigen sie dir auch ganz viele Filme und Serien und du kannst erst mal, ich weiß nicht, ob es immer noch so ein Tinder-Moment ist, aber du kannst erst mal so nach links und rechts swipen, das interessiert mich, das nicht. Dann hast du am Ende auch schon mal so eine befüllte Watchlist, mit der du starten kannst.
und hast gleichzeitig innerhalb von einer Minute spielerisch erlebt, was die eigentlich alles bieten. Ohne dass du jetzt auf der Startseite dir das selbst zusammensuchen musst, aber du weißt, wofür das Produkt steht. Ähnlich macht das übrigens auch Plinkist. Die haben auch beim Start direkt so eine Art, nennen das auch selbst Tinder for Books. Da zeigen sie dir dann verschiedene Sachbuchcover und anhand des Covers kann man ja schon relativ schnell entscheiden, interessiert mich oder nicht. Und dann basiert deren Empfehlungsalgorithmus auf dem, was du da ausgewählt hast. Also das ist zum Beispiel so ein
ganz einfacher Hebel, gerade für Unternehmen, die viel Archiv-Content haben, ist das natürlich cool. Also wenn du so Evergreen-Content hast, dass du den halt ins Zentrum stellst. Wir wissen ja aus so vielen Beispielen, dass die Nutzer sich einfach nicht durchs Archiv durchklicken. ich mein, hatten im Vorgespräch schon gesagt, deine Podcast-Hörer machen das zum Teil. Aber ich glaube bei meinem Podcast ist auch so, dass der Anteil an Menschen, die jetzt noch alte Episoden nachhören, doch eher gering ist. Wenn ich jetzt ein Onboarding hätte, wo ich halt
genau diese Episoden nochmal hervorhole und sage, die sind nach wie vor genauso relevant wie damals, würde das wahrscheinlich die Hörerzahl deutlich steigern.
Victoria (17:23.165)
Ich mache auch ab und zu, dass ich sie wieder hervorhole, aber ich habe tatsächlich inzwischen an fast allen Tagen mehr höherer alte Folgen als neue, was ich extrem interessant finde. Allerdings ist da auch viel Discovery. Es ist sehr viel so SEO-Artikel und hier noch und da noch und so. Das heißt, die Leute kommen auch über alle möglichen Kanäle auf diese alten Folgen. Aber darum soll es nicht gehen. Ich glaube, wenn man hier zuhört, denkt man jetzt wahrscheinlich so, aber diese ganzen Beispiele, die wir eben genannt haben, die haben ja alle voll die komplizierten App-Programmierer und so weiter. Also ich bin ja jetzt echt nicht Netflix und kann mir da so eine Datenbank irgendwie zusammenbauen.
Lennart (17:32.014)
Das ist wirklich spannend.
Victoria (17:52.831)
Ich finde, man muss sich aber auch vor Augen halten, wenn man so dieses Kern-Learning, was du gerade gesagt hast, du brauchst diesen Aha-Moment, dann kann es ja ganz simpel sein, Kauf abgeschlossen, welche Seite wird dann den Leuten gezeigt? Also was kommt nach der Warenkopf-Verkauf-Abschlussseite? Theoretisch kann es einfach irgendeine Seite auf der Website sein. Was ist dann da drauf? Was finden die Leute cool? So, das ist ja so eine ganz easygoing Anwendung, weil ich glaube, man denkt sich so, Gott, ich habe aber jetzt hier keine App mit Personalisierung und so weiter. Man kann das ja auch in einfach machen.
Lennart (18:21.614)
Ja, hundertprozentig. Und auch da trotzdem gucken, dass es vielleicht bisschen interaktiv ist. Also man könnte ja auf so eine Seite dann beispielsweise ein Typeform oder ähnliches draufsetzen, wo die Nutzer dann schon eine kleine Umfrage beantworten oder irgendwas klicken und am Ende kriegen sie dann Empfehlungen. Das ist ohne technisches Know-how relativ einfach aufzusetzen. Man kann sich das natürlich auch irgendwie Vibe-Coden und dann als HTML-Snippet-Design bauen. Also heutzutage alles kein großes Hexenwerk mehr. Ich gebe dir noch ein anderes Beispiel, was jetzt auch nicht nur für bezahlte Abos gilt, aber
Unser Lieblingsthema Newsletter. Mir ist es so oft schon begegnet, dass man sich zu einem Newsletter anmeldet. Ich bin total begeistert, dass man den gerade entdeckt hat. Und dann kommt eine Willkommens-E-Mail, sagt, herzlich willkommen, Sie sind jetzt dabei, bald geht's los. Und das ist so eine vertane Chance, weil die erste E-Mail ist meistens die mit der mit Abstand höchsten Öffnungsrate, oft auch einer guten Klick- Interaktionsrate, wenn man da was Gutes einbaut.
Victoria (19:06.35)
Tschüss!
Lennart (19:19.816)
Das heißt, in dem Moment, wo man das Interesse der Nutzer hat, muss man ihnen halt dann auch was bieten und zeigen, dass sich der Newsletter lohnt. Und das vergessen so viele, weil sie denken, ja, die haben sich jetzt angemeldet, dann freuen die sich wahrscheinlich in zwei Wochen über die erste Ausgabe. Possequen, in zwei Wochen haben sie dich wahrscheinlich schon wieder vergessen und sind dann eher irritiert, wenn dann der Newsletter kommt.
Victoria (19:37.044)
denke, was er erinnern, was war das nochmal für einer? Keine Ahnung.
Lennart (19:40.303)
Ja genau, richtig.
Victoria (19:42.011)
Also, sehr gut. heißt, erstes Learning, denkt an den Aha-Moment und wie man dann direkt entweder nach der Anmeldung, wenn es was gratis ist, oder nach dem Kauf direkt die Leute irgendwie aktiviert und denkt so und sie quasi so bisschen da reinführt, ob das jetzt durch eine Umfrage ist oder durch irgendeine Auswahl, wo man dann sich durch irgendein Archiv... Man kann ja auch zum Beispiel ein kuratiertes Archiv machen, wo man dann aussucht, wo man dann läuft oder was auch mal, kann man alles Mögliche machen. Dann gibt es dann noch einen Fachterminus, der heißt Time to Habit. Was ist denn damit gemeint, Lennart?
Lennart (20:04.791)
Exakt.
Lennart (20:11.834)
Nach diesem einmaligen ersten Aha-Moment muss man Leute natürlich dazu bekommen, dass sie einen regelmäßig nutzen. Und wir wissen aus dem eigenen Alltag, Gewohnheiten aufzubauen ist total schwierig. Gewohnheiten zu verändern natürlich genauso. Also sei es jeden Tag Zahnseite benutzen oder regelmäßig ins Fitnessstudio gehen, wie viele Leute daran schon gescheitert sind.
Victoria (20:31.982)
Hast du das jetzt auch gerade auf mich bezogen? Das Zahnseidebeispiel? Habe ich das in meinem Podcast erzählt? Weil ich habe nämlich seit diesem Jahr benutze ich die Zahnseide. Ist das nicht krass? Ich habe nur ungefähr wie viele Jahre gebraucht meines Lebens.
Lennart (20:34.67)
Also, kein Kommentar zu deinen Zeilen. Die... Die... Äh, die hast du.
Lennart (20:46.568)
Ja, geht mir ähnlich. Ich glaube, ich habe jetzt so ein 2-Jahres-Streak damit. Und ja, war ein bisschen enttäuscht, dass mein Zahnarzt beim letzten Mal meinte, ja, könnten Sie noch besser machen. Und ich dachte mir so, ich mach's doch schon, jetzt mach ich's auch noch falsch.
Victoria (20:57.294)
Du hallo? Ohne Witz, bin das letzte Mal, in Zahnseilen war und gesagt ich bin ganz stolz, benutze jetzt jeden Tag Zahnseilen. Jetzt guckt mich Zahnseilen so, okay. Aber egal, das Thema war ja Time to Habit. Das heißt, jeder weiß, wie hart es ist.
Lennart (21:03.064)
Ahaha
Lennart (21:10.574)
Richtig. Exakt. Und das heißt, man muss so bisschen überlegen, wie kann ich die Leute dabei unterstützen, diese Gewohnheiten aufzubauen. Und da kann halt ein Hebel sein, dass man denen auch regelmäßig noch mal Push-Benachrichtigungen schickt, dass man es ihnen einfacher macht, das zu entwickeln. Und auch da, wenn man die Technik dafür hat, ist es ganz cool, wenn man das dann messen kann. Also sagen wir jetzt mal, das Beispiel kennen wir wieder. Der Aha-Moment ist das erste Mal eine Grafik erstellt, cool gefunden, gespeichert oder geteilt.
Und der Habit Moment ist dann, wenn die Nutzer vielleicht zweimal die Woche die App öffnen und dort mindestens fünf Minuten verbringen und irgendeine wertstiftende Interaktion damit haben und jetzt auf Medienprodukte bezogen, wenn die beispielsweise jede zweite News-Setter-Ausgabe lesen oder ähnliches. dass man so ein wiederkehrendes Muster entwickelt, dass die Nutzer halt nicht nur einmalig bei einem sind, sondern immer wieder kommen. Und wenn die Gewohnheiten mal aufgebaut sind, dann sind auch die wieder.
schwer zu verändern und führen dann halt zu einer gewissen Stickiness und dass die Nutzer dabei bleiben. Und in beiden Fällen hilft es halt, mit den eigenen Nutzer zu sprechen, tief in die Daten zu schauen und erst mal zu verstehen, was sind eigentlich diese Gewohnheiten? Also haben die Nutzer beispielsweise bei einem Newsletter eine Gewohnheit, dass sie denn immer sonntags morgens lesen, weil sie da Zeit auf dem Sofa haben und das ein bisschen als entspannende Routine ansehen? Oder ist mal ein Podcast etwas, was die beim Joggen konsumieren?
Wenn man mal aus ein paar Nutzergesprächen herausgefunden hat, was sind das eigentlich für ein Nutzungsmuster, dann kann man darauf eben aufbauen und gucken, vielleicht haben noch mehr Menschen, gibt es noch mehr Menschen, die diese Muster noch nicht entwickelt haben, aber für die, auch passen würden.
Victoria (22:53.39)
Ja, das ist voll gut, du das sagst. Vor allem weil es oft auch überraschend ist. Also ich hatte jetzt zum Beispiel mit einigen, die in diesem Kursbereich, also auch Kurse auf Abo, quasi so Memberships und so, wo die dann irgendwie mit den Leuten geredet haben und festgestellt haben, dass viele sich das anhören wollen, aber es gab es nur als Video in so einer Kurs-App und das war total in Convenient und die haben dann quasi hinzugefügt, dass es die Materialien, die es jede Woche gibt, auch als Podcast Audio Only gibt. Da gibt es ja so Anbieter so Hello Audio und alles Mögliche. Und das war dann plötzlich so, okay cool, dann gehen
Lennart (23:10.574)
Mhm.
Victoria (23:22.568)
gehen plötzlich die ganzen Zahlen hoch, weil die Leute in Wirklichkeit sich das eigentlich nur anhören wollen, wenn es halt nicht visuelllastiger Content ist, sondern die wollen sich das einfach anhören, statt zu gucken. Denkt man auch so, okay, wäre man vielleicht selber jetzt auch nicht drauf gekommen. Das hilft schon, da mit den Leuten zu reden.
Lennart (23:34.062)
Ja, finde ich super smart.
Genau, also vielleicht hat man manchmal einfach das falsche Medium. Eine ähnliche Insight ist...
Victoria (23:40.238)
Ja, oder eben auch, ja, man denkt ja auch, Video kann man sich ja auch anhören, aber wenn es halt zu kompliziert ist für die Leute, dann machen sie es am Ende doch nicht.
Lennart (23:48.545)
Genau, finde, der gleiche Inside steckt ja darin, wenn man YouTube Premium abonniert, ist, glaube ich, wie vor eines der Premium-Features, dass man YouTube hören kann, wenn man die App geschlossen hat oder das Handy in der Hosentasche hat. Weil es halt viele Nutzer gibt, die YouTube entweder als Musik-App nutzen oder halt Sachen im Hintergrund anhören möchten. Und wenn du kein YouTube Premium hast und die App öffnest, dann geht halt auch das Audio aus, wenn du das Display ausmachst.
Victoria (24:15.022)
Ja, und das mach ich tatsächlich auch oft. Das nervt mich voll, weil dann hab ich das so komisch in Tasche. wusste tatsächlich gar nicht, das ... Vielleicht hast du's mir schon mal gesagt, aber dass es bei YouTube geht. Vielleicht muss ich da mal was pfahlen.
Lennart (24:24.878)
Genau, die haben genau die gleiche Erkenntnis gemacht, dass es halt ganz viele Nutzer gibt, die das wollen, aber halt trotzdem eine Nische, die aber bereit ist, dafür dann auch Geld auszugeben.
Victoria (24:34.606)
Also ich höre auch tatsächlich von ganz vielen, also ich bin nämlich auch kein Videogucker und ich höre selber voll viel und bin immer froh, wenn jemand einen YouTube hat, dass er dann auch als Podcast veröffentlicht. Das liebe ich. Cool, aber okay, das heißt, man muss gucken, dass man herausfindet, wie man den Leuten quasi so eine Änderung auch schmackhaft macht und die Gewohnheiten sozusagen aufbaut. Und dann gibt es auch noch diesen anderen Begriff Jobs to be done.
Lennart (24:44.078)
Genau. Das war richtig.
Lennart (24:56.479)
Richtig.
Lennart (25:01.35)
Genau, also es gibt diese These. Mist, ich bin jetzt gerade beim Namen nicht mehr ganz sicher. Der Mann heißt ein bisschen wie Hayden Christensen, also der Anakin Skywalker Darsteller, aber anders. Jedenfalls, der hat vor vielen Jahren mal ein Sachbuch geschrieben, wo er gesagt hat, die Menschen kaufen eigentlich keine Produkte, sondern sie engagieren sie, bestimmte Jobs für sie zu erledigen. Also wie so Angestellte, die man sich mal für ein paar Monate dazu holt. Dann machen sie das. Und wenn der Job dann auch erledigt ist, dann feuern sie.
die wieder und suchen sich irgendwas anderes. Und ich finde, das Modell ist vor allem für Abo-Unternehmen total wichtig, weil es halt auch noch mal unterstreicht, dass du halt einen Job erfüllen musst, der über lange Sicht relevant bleibt. Also so ein bisschen der Unterschied dann zwischen jemandem, den man nur mal für einen Tag als Freelancer engagiert und jemandem, dem man Festanstellt, weil man ihn über viele Jahre braucht, eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Und das sollte man, glaube ich,
ganz klar herausarbeiten, was ist eigentlich dieser Job to be done, den meine Nutzer haben und wie kann ich den noch besser erfüllen und vor allem, was sind die Alternativen? Das sind vor allem auch die vielleicht kostenlosen Alternativen, mit denen ich konkurriere. Das sind oft ganz, ganz andere, als man im ersten Moment denken mag. Also man denkt oft bei seinen Konkurrenten, sagen wir mal, ich mache jetzt einen Kurs auf YouTube, dann sind meine Wettbewerber andere Kurse auf YouTube.
Aber den gleichen Job to be done kann auch ein Sachbuch erfüllen, kann die Volkshochschule erfüllen, kann ein Podcast erfüllen. Also es sind dann ganz andere Medien, ganz andere Ansätze, aber sie erfüllen das gleiche Ziel, den gleichen Job. Dementsprechend muss man auch da verstehen, wie kann ich mich von denen abgrenzen und meinen USP, meine individuellen Vorteile hervorheben. Und
Dann ist es oft so, dass man vielleicht mit einem Job to be done startet. Also jetzt nochmal zu Kenver zurück, dass die Menschen regelmäßig Social Media Grafiken erstellen wollen. Und mit der Zeit baut man noch weitere auf, weil die Nutzer dann feststellen, dass sie damit auch Geburtstagskarten designen können, Podcast, Cover, Fotos freistellen können und so weiter und so weiter. Vielleicht auch KI Bilder generieren können oder Videos bearbeiten und erstellen. Also dass man
Lennart (27:23.59)
Mit der Zeit guckt meine bestehende Zielgruppe, was hat die eigentlich noch für angrenzende Jobs to be done, die man erfüllen kann? Ich habe im Buch auch das Beispiel von meinem Fitnessstudio, wo ich anfangs dachte, ich gehe dahin, an Geräten zu trainieren und mittlerweile mache ich halt Yoga und gehe an den Pool. Und ein Job to be done für mich ist einfach, dass ich am Pool liegen will und Bücher lesen will, weil ich mein Handy nicht mehr liegen habe, das mich ablenkt.
Und das sind dann einfach so sehr unterschiedliche Sachen. Und je mehr Jobs man für einen Nutzer erfüllt, desto schwieriger wird man zu ersetzen, weil du dann nicht nur ein Produkt tauschen musst oder verlierst im Falle einer Kündigung, sondern gleich mehr. Das merkt man ganz gut auch an Amazon Prime. Ursprünglich war mal so der Hauptvorteil von Amazon Prime, dass du damit kostenlosen Versand bekommst. Mittlerweile würde ich mal behaupten, ist für viele dann auch das Video Streaming.
Kernbenefit. Und ich weiß jetzt nicht ganz genau, ob das für Amazon überhaupt an sich ein profitables Geschäftsfeld ist, das Video Streaming, oder ob sie das nur anbieten, damit mehr Leute Prime haben, damit sie mehr Krebskrams bestellen, weil der Versand kostenlos ist und weil sie schon in dem Ökosystem sind.
Victoria (28:28.75)
Kaufen.
Victoria (28:34.558)
Wahrscheinlich kriegst du da auch keine Aussage dazu, ob das was sie da geheimerweise vorhaben.
Lennart (28:37.678)
Nee, für Prime kriegt man so gut wie gar keine Aussagen. Das ist super verschwörerisch. Aber das Beispiel zeigt ganz gut, Prime ist so eine Sammlung an völlig willkürlich wirkenden Benefits, die man so bekommt. Also wenn man da mal weiter recherchiert, gibt es noch ganz viele, die einem vielleicht gar nicht bewusst sind. Aber irgendwie halten sie zusammen und irgendwie sorgen sie dafür, dass die Churn-Rate nach allem, was man so hört, also auch da gibt es keine Zahlen zu, aber glaube ich unfassbar gering ist und die haben ja auch
Victoria (28:43.47)
Hm.
Lennart (29:06.281)
Hunderte von Millionen von zahlenden Kunden.
Victoria (29:08.878)
Aber ja, das ist wirklich so ein Punkt, den man sich, glaube ich, auch mal so bisschen, und auch das ist wahrscheinlich, dass es total hilft, was eigentlich mit den Leuten zu reden. Ich habe zum Beispiel bei mir festgestellt, weil ich gerade Kurse, die aber am Ende des Tages eher wie eine Membership waren, die Leute auch wirklich teilweise über Jahre verlängert haben, geschlossen haben und da auch wirklich sehr viel Feedback eingesammelt habe. Und da ging es auch darum, die Leute kommen oder kamen, weil sie dachten, sie brauchen fachlichen Inhalt und sie bleiben. Und was sie eigentlich wollen, ist ein PEP-Talk, andere Leute, die sie auch kennen, die so was Ähnliches machen.
regelmäßig Inspiration, einen Tritt in den Hintern, wo jemand sagt, hier, haben die und die Termine, da musst du dann und dann erscheinen. Und alle dachten, sie brauchen Wissen, quasi dafür haben sie sie eigentlich gekauft. Und am Ende gibt es sieben andere Sachen, die sie nennen, warum sie das verlängert haben oder warum sie das vermissen werden oder was auch immer. Und ich finde das so interessant, weil man sich auch als Anbieter, glaube ich, oft so bisschen in seiner eigenen Welt verblendet, was die Leute eigentlich wirklich wollen. Aber es ist oft ganz, anders.
Lennart (30:03.046)
Ja, absolut. Das ist total spannend, dass das, wofür die Leute kommen, nicht zwangsläufig das ist, was sie dann auch bindet. jetzt gerade im Journalismus gibt es auch ein schönes Beispiel. Und zwar denkt man ja immer, die Leute kommen für den hochklassigen, investigativen Journalismus und bestens informiert zu sein. Das, was die Menschen beim Journalismus oft hält, sind die Spiele. Also fast alle.
Victoria (30:18.222)
Wahrscheinlich nicht.
Die Spiele, okay.
Lennart (30:25.566)
Ja, ja, alle großen Nachrichtenangebote haben so eine Art Spieleplattform, du dann so Doku, Spelling Bee, Wurdel und Co. spielen kannst. Das bekannteste ist natürlich von der New York Times, die ja auch Wurdel für viel Geld aufgekauft haben, das Offizielle. Und das sind häufig die großen Engagement-Driver, weil die Menschen jeden Tag wiederkommen, morgens als allererstes ihr Wurdel zu lösen.
Es soll jetzt nicht heißen, dass die Leute jetzt nicht für den Journalismus bei der New York Times sind, aber die Kombination aus Journalismus, teilweise dann auch noch Rezepten bei der Rezept App oder auch Sportjournalismus dann bei The Athletic. Dieses Bundle, diese Kombination aus ganz unterschiedlichen Jobs to be done sorgt halt dafür, dass das New York Times Abo das weltweit führende Nachrichten Abo ist, weil die das früh erkannt haben und ihre Nutzer dazu gebracht haben, dass sie halt alles davon konsumieren. Früher war es so, dass die als
Hauptprodukt, ihr News-Abo ins Zentrum gestellt haben. Mittlerweile findest du das fast gar nicht mehr, sondern in jeder Marketing-Kommunikation ist eigentlich nur noch das All-Access-Bundle, das, was sie bewerben, weil sie halt auch feststellen, je mehr dieser Angebote ein einzelner Nutzer konsumiert, desto eher pleibter. Oder anderes Beispiel, Duolingo ist ja auch super in Retention, also in Bindung von den Abonnenten. Und da startest du auch meistens mit Sprachenlernen und inzwischen kannst du auch noch Schach und Mathe lernen.
Weiß ich jetzt nicht, welchen Effekt das hatte, aber ist auch so eine Ausweitung.
Victoria (31:53.487)
Ja, das finde ich gut. wenn ihr zuhört, notiert euch das mal auf eurem entweder digitalen oder was auch immer Notizblatt, dass man mal wirklich überlegt, so was kann man so in diese Richtung machen. Auch so dieses Gamification, was du gesagt hast, weil man hätte sich ja auch zu schade sein können, weil man sagt so, ich bin die New York Times, wir machen nicht Spiele, weil hallo, wir sind der Serious-Journalismus hier. Da muss man sich ja auch echt mal überlegen, weil das ist ja trotz allem auch ein krasser Schritt, so, wenn man das noch nie gemacht hat.
Lennart (32:17.63)
Ja, wobei man sagen muss, so groß ist der eigentlich gar nicht, weil in Plinth haben sie das schon immer gemacht. es gab ja früher schon ganz viele Leute, die auch die New York Times, die viele Stunden mit einer gedruckten Zeitung verplacht haben, weil sie das Kurzwort jetzt so gemacht haben und stolz darauf waren, dass sie das lösen konnten. Also es ist ja wirklich auch ein Status-Impunkt. Richtig.
Victoria (32:23.122)
stimmt.
Victoria (32:33.78)
Stimmt und hat ja auch was mit Wissen. Genau, ist ja quasi, wenn das ein Wissensspiel ist sozusagen, dann hat das ja quasi den gleichen Benefit im Sinne von ich bin ein wissender Mensch und ich möchte mich weiterbilden und so weiter. Und kann mir das sogar selber beweisen, indem ich das löse. Voll gut.
Lennart (32:48.79)
Wobei ich mich auch mal mit einem Spielerentwickler unterhalten hatte, der diese Spiele für Nachrichtenseiten programmiert und der gesagt hat, die Anbieter wollen alle so diese hochglanz Denkspiele. Aber das, am Ende wirklich die Nutzer nachfragen und was das höchste Engagement bringt, sind so Bubble Shooter. Also relativ stumpfsinnige Sachen, wo man irgendwelche Bläschen wegklicken muss.
Victoria (33:11.222)
Ach, wir sind halt alle doch viel einfacher, als wir uns eigentlich fühlen. Wobei ich bin, also ich spiele gar nicht solche Spiele und ich kriege die ganze Zeit überall Werbung, denke mir so, wer spielt denn immer diese ganzen Spiele? Und dann sehe ich in der U-Bahn, spielen diese ganzen Spiele. Alle außer mir. Von daher finde ich das cool, aber man kann da, glaube ich, auch für sich so bisschen mitnehmen, so was, was, also was kann man da so machen und was ist auch...
Lennart (33:14.446)
Schein und Seiden,
Lennart (33:23.369)
Ich hab keine Ahnung!
Victoria (33:38.446)
Zusammen natürlich mit dem Thema Jobstubi-Dungeon, weil das am Ende des Tages trotzdem immer noch so bisschen eine Kombi, dass man nicht einfach wild irgendwelches Zeug da reinmixst, was die Leute vielleicht gar nicht wollen.
Lennart (33:48.143)
Genau, und Jobs to be Done kann man auch ein bisschen zur Personalisierung nutzen. da hatte ich mal eine Podcast-Folge mit der Marketingleiterin von Freeletics, der Fitness-App damals gemacht. Und dort ist es so, wenn du die App installierst, wirst du als erstes mal gefragt, was eigentlich deine Ziele, deine Motivation sind und auch, was dich üblicherweise davon abhält, Fitness-Routinen zu entwickeln. Also dann kannst du was einklicken wie, mein Zimmer ist zu klein oder ich habe ein kleines Kind und kann irgendwie abends keinen lauten Sport machen oder so was. Und
Dieser kleine Fragebogen hilft halt dabei, am Anfang des Abos die Nutzer zu verstehen und dann direkt auch ein personalisiertes Training vorzuschlagen. Also was dann auch die bekannten Hindernisse ausblendet oder Gegenbeispiele, Gegenargumente bietet und dann direkt sagt, okay, dieses Training kannst du auch auf kleinem Raum und sehr, leise machen. Also das ist auch was, was man relativ einfach umsetzen kann, eben durch
Umflow-Tools wie eben Typeform oder Tele, dass man ganz am Anfang des Abos die Nutzer erst mal versucht zu verstehen und ihnen auch das Gefühl gibt, okay, wir verstehen dich, wir haben die passenden Lösungen, wir verstehen auch deine Sorgen und Probleme, die du möglicherweise mitplingst. Und das hier sind Gegenargumente und so gehen andere Nutzer damit
Victoria (35:06.03)
Voll gut. genau, also auch wie du sagst, große Name, aber man kann es auch in einfach sozusagen nachbauen. Also das muss nicht immer crazy kompliziert sein. Und wie gesagt, auch dieses, du hast same sogar genannt, ich vergesse auch immer wieder, dass wir im Jahr 2026 sind und jeder vibe code sowieso vor sich hin. Also ich bin so krass überrascht, was Leute alles so, von denen ich dachte, dass die gar nicht technisch immer, das sind jetzt alle vibe coden sich ihre eigenen Extensions und weiß der Geier. Also ich bin, das geht alles viel schneller auch in der Nutzung bei in Anführungszeichen normalen Leuten im Business.
Lennart (35:12.014)
Absolut.
Victoria (35:33.769)
wo ich das teilweise gar nicht erwartet habe, dass ich immer wieder nicht zurechtrücken muss, dass ich denke so, ja, ja, ihr könnt das Tool, das Tool nehmen, aber ihr könnt euch das auch Vibe codeen, Leute, je nachdem, wie kompliziert es ist. Voll gut. Du hattest auch noch einen Punkt, der natürlich super wichtig ist, auch dieses so ein bisschen so dieses Kreislaufthema, was ein Abofunnel angeht, weil du hast ja gesagt, es gibt den Churn, da gibt es die Neukunden, da muss man die Leute zufrieden halten. Wie hängt das denn so ein bisschen zusammen?
Lennart (35:36.238)
Nö.
Lennart (35:43.278)
Richtig.
Lennart (36:01.806)
Ja, ich habe relativ lang gebraucht, mal so den Abo-Funnel möglichst standardisiert zu skizzieren. Das klingt jetzt vielleicht erst mal trivial, aber man stellt sich ja den normalen Marketing Funnel immer wie so einen Trichter vor. Oben kommt erst mal viel Reichweite und Aufmerksamkeit rein und unten sind dann so paar Leute, die irgendwas abschließen. Und dieser klassische Marketing-Trichter, der ist im Abo-Marketing nur so ein ganz, ganz kleiner Pups-Teil. Das ist so der Anfang der Beziehung. Aber die eigentliche Magie, die passiert ...
eigentlich nach dem Funnel, also nach dem Abschluss, also dass man die Nutzer dann eben bindet und dass man sie, selbst wenn sie schon im Abo sind, vielleicht nochmal zu einem Upgrade-Angebot kriegt, dass sie nochmal ein höherpreisiges Abo abschließen, dass man sie, wenn sie kündigen, relativ schnell davon überzeugt, dass es eine schlechte Idee ist, ohne dass man ihnen jetzt unnötig Steine in den Weg legt, aber dass man ihnen dann vielleicht nochmal ein Preisangebot macht oder nochmal die Vorteile hervorhebt und die Nutzer dann eben auch
während der Kündigung und sogar nach der Kündigung noch davon überzeugt, dass sie die Kündigung vielleicht zurücknehmen. Weil das ist häufig eine total vergessene Phase im Abo-Fanel. Ich sagte ja vorhin schon mal, dass viele Nutzer direkt nach dem Abschluss kündigen. Also gerade bei Nachrichten, Artikel gelesen, gekündigt. Und dann hat man aber eigentlich noch vier Wochen lang Zugang. Das heißt, man hat so eine, ja, man spricht ja oft so von Craze-Period, so eine Zeit zwischen Kündigung und wirklichem Abo-Ende.
wo die Leute ja eigentlich ihren Abovorteil weiterhin erleben können. Und dementsprechend kann man sich auch darüber Gedanken machen, wie kriege ich sie da wieder in aktive Nutzung und wie kriege ich sie vielleicht dazu, dass sie dann noch mal auf Kündigung zurücknehmen, klicken und das Abo dann weiterhin bezahlt bleibt. Und selbst nach einer Kündigung ist es so, dass viele Nutzer auch wieder zurückkehren. Das hängt natürlich sehr stark von Markt und Produkt ab, aber im Streaming ist es mittlerweile total verbreitet.
dass die Nutzer halt mal zwei Monate Apple haben, dann wieder Disney, dann wieder Netflix. Je nachdem, ob gerade irgendwie die neue Tätlessostaffel raus ist oder nicht. Also wer gerade den spannendsten Content hat. Dementsprechend sollte man gar nicht mehr so auf diese klassische Abo-Falle setzen, dass man die Leute nie wieder rauslässt, sondern lass sie es raus, verabschied dich in Freundschaft und Frieden und dann kommen sie vielleicht auch drei, vier, fünf Monate danach wieder.
Lennart (38:26.546)
Und dafür ist es natürlich auch wichtig, dass du Kommunikationskanäle mit ihnen auch vielleicht erhältst. Also wenn die irgendwie so genervt von dir sind, dass sie alle Plycken abbrechen, dann ist natürlich schade. wenn du weiterhin beispielsweise eine E-Mail-Attesse hast, über die du sie erreichen kannst, wenn sie vielleicht auch noch deinem kostenlosen Podcast folgen, deine App installiert haben und dort Push-Benachrichtigungen aktiviert haben oder du vielleicht sogar eine postalische Attesse von denen hast,
Da hast du ja ganz viele mögliche Kontaktpunkte, nochmal zu sagen, hey, ich weiß, damals hat es irgendwie nicht gepasst, aber vielleicht gibt es noch eine zweite Chance für uns. Hier ist ein gutes Angebot für dich oder dass man in dem Moment auch mit kommuniziert. Wir haben uns verändert. das Typische, was man nach einer toxischen Sendung sagt.
Victoria (39:15.182)
toxische Trennung. Wie lustig. Ich habe mich verändert. Nein.
Lennart (39:18.634)
Ich bin nicht mehr der schlimme Mensch, den du verlassen hast. Das gleiche gilt für Abos. Also wenn man sagt, wenn man weiß, du hast damals gekündigt, weil irgendein Feature gefehlt hat oder weil es irgendwie Buggy war, dann kannst du halt fünf Monate später sagen, wir wissen, das war damals irgendwie nicht optimal gelaufen, aber wir haben da massiv dran gearbeitet und mittlerweile läuft das 100 % stabil und so weiter. Also dass man dann auch auf die Kündigungsgründe eingeht. Und worauf ich hinaus will, ist es einfach mittlerweile so ein permanenter Kreislauf.
Und dass man dann auch eine neue Kundenakquise immer wieder auf dem Schirm hat, dass viele von denen gar nicht neu sind. Klar jetzt.
Victoria (39:52.372)
Ach so, ja, genau, dass es einfach Wiederholungsmenschen sind.
Lennart (39:55.863)
Genau. Also gerade wenn man sich so die Kennenlernangebote anschaut, wenn man immer so vier Wochen für null Euro anbietet und das immer wieder die gleichen Leute abschließen, ist natürlich auch nicht so optimal. Dann hat man halt tausende Probekönige, die sich das komplette Jahr durchschnauen, weil sie immer wieder kündigen und immer wieder vier Wochen Gratis nutzen. Und da setzen halt viele dann auch ein Riegel davor und sagen, okay, beim zweiten, dritten, vierten Abo kriegst du dann andere Angebote. Da kriegst du dann halt nicht mehr vier Wochen Gratis. Da kriegst du dann vielleicht zwölf Wochen für zwölf Euro.
Dann kannst du die Leute schrittweise über die Preise hocharbeiten.
Victoria (40:29.022)
Ja, das hab ich mir schon voll oft gedacht, dass das eigentlich auch nicht funktionieren kann, weil man auch als Bestandskunde teilweise so viel schlechter behandelt wird und nur wenn man mit Kündigung droht, dann irgendwie was bekommt. Und ich hatte das ja bei einem Zeitschriften-Abo, wo man als Neukunde, also ich glaube, war so was wie 90 Prozent gespart hat und als Bestandskunde quasi gar nichts mehr. Da sollte man dann plötzlich 100 Prozent zahlen. Wo ich mir denke, ja, aber wenn man es gekündigt hat, dann hat man es wieder bekommen. Wo ich mir auch denke, so er zieht euch aber auch die Leute hin.
Was habe ich jetzt für einen Vorteil, dass ich Abonnent bin? Eigentlich gar keinen. Da muss man auch echt bisschen aufpassen, wenn man den Leuten einen Nachteil gibt, kund zu sein, der treu ist, ist ja irgendwie auch doof.
Lennart (41:10.19)
Ja, also das ist in so vielen Branchen verbreitet. Ich habe das Gefühl, so ein bisschen verschiebt und verändert sich das im Moment. Aber ich bin zum Beispiel auch ein Fan davon, wenn man den Nutzern so eine Art Bestpreisgarantie gibt. zum Beispiel Dein Sport, der Sportstreamingdienst macht das, dass sie für sich gesagt haben, unsere Bestandskunden sollen eigentlich immer den besten Preis zahlen. Das heißt, du könntest ihnen auch im Falle einer Kündigung auf dem Kündigungsscreen anzeigen, hey, du hast gerade noch
das Abo für 9,99 Euro. Der neue Preis liegt aber eigentlich bei 14,99 Euro. Bist du sicher, dass du deinen Preisvorteil verlieren möchtest?
Victoria (41:45.263)
Ja, so habe ich das tatsächlich mit meinen Kursen gemacht. Ich hatte die Philosophie immer, wer früher kauft, hat immer nur Vorteile. Das heißt, egal was dann später passiert, es wird nie entweder günstiger werden und dass du denkst, Mist, ich habe das irgendwie und man kann auch quasi Verlängerungen und sowas immer zum besten Preis behalten. Manche Leute glauben einem das dann nicht, die ärgern sich dann, wenn sie dann doch gekündigt haben. Aber ich habe das hart durchgezogen, weil ich mir auch dachte, ich ärgere mich selber so krass bei anderen Leuten, wenn man dann irgendwie dadurch, dass man früh gekauft hat oder Treuerkunde ist oder so, wenn man dann...
schlecht behandelt wird, das ist für mich irgendwie so ganz wichtig im Kopf, dass Leute einen Vorteil haben, wenn sie treu sind oder früh kaufen.
Lennart (42:18.978)
Ich hatte das vor kurzem auch, als ich meinen Sofa gekauft habe, dass auf der Website schon so eine Preisgarantie drauf war, wo sie gesagt haben, wenn wir in den nächsten 30 Tagen irgendwie eine Rabattaktion haben und das Ganze günstiger wird, dann kriegst du den günstigeren Preis. Und war dann tatsächlich der Fall. Ich habe mich beim Grundservice gemeldet und nach zwei Minuten hatte ich meinen Rabatt zurückerstattet bekommen. gerade so den Kunden zu zeigen, aufschieben lohnt sich nicht. Und jetzt ist der beste Zeitpunkt, das abzuschließen, ist ein total starkes Zeichen.
Victoria (42:38.062)
Ja.
Victoria (42:47.566)
Ganz kurz noch ein Gedanke zu dem, was du vorher gesagt hast, mit diesem Kündigungsprozess. Das glaube ich wirklich, dass man auch Abohopper wird und so. Gerade weil es viele Tools nur noch im Abo gibt, muss man auch bisschen cooler sein. habe mich zum Beispiel während du geredet hast daran erinnert, dass früher, ich habe immer relativ viele Adobe, bevor es Canva gab, sehr viele Adobe-Produkte verwendet, aber teilweise auch nur monatsweise gebraucht. Man braucht nicht immer die ganze Suite, die auch sehr teuer ist, sondern ich habe mir dann immer die Cano Illustrator Photoshop zusammen gekauft.
Und es gab eine relativ lange Zeit, da gab es nirgends einen Knopf zum Kündigen. Da musstest du in einen Chat mit dem Customer Service gehen und da waren Leute, was nur auf Englisch ging und die haben dich nicht rausgelassen. Ich musste immer sagen, I want to talk to your manager, wie so ein richtig aggressiver Kunde. Und der Manager hat dann die Kündigung entgegen genommen und nur in diesem Text habe ich dann Screenshots von dem Chat gemacht, damit ich eine Bestätigung hatte, wie ich da rauskam und dann...
Lennart (43:22.19)
mein Gott.
Lennart (43:37.575)
mein Gott.
Victoria (43:40.097)
hab ich mir wirklich immer dreimal überlegt, ich jetzt wieder für ein paar Monate Adobe brauche. dann hab ich es aber auch wirklich teilweise Monate nicht gemacht, weil ich dachte, jetzt hab ich gerade keine Zeit, da in diesem Chat rumzuhängen und so. Und inzwischen kann man da einfach klicken auf Kündigen. Und dann bin ich auch viel gewillter persönlich zumindest, da auch wieder Abo für ein paar Monate abschließen, weil ich denke, okay, da komm ich immerhin daraus. Weil diese komischen Fallen, was man früher hatte, das fällt, glaub ich, auch den vier mittelfristig vor die Füße, weil eben die Leute dann sich wirklich dreimal überlegen.
Ich bin ja jetzt backhand, wa?
Lennart (44:11.886)
Stimmt. also gerade Adobe musste auch in den USA vor kurzem erst eine Millionenstrafe zahlen wegen genau solcher Praktiken. In Deutschland ist das erfreulicherweise inzwischen auch illegal. Also da gab es eine Gesetzesänderung, dass Kündigungen für digital abgeschlossene Verträge, also zumindest mal im B2C-Bereich mit ein oder zwei Klicks über die Website möglich sein müssen und dass du überall auf der Website auch den Kündigungsbutton findest, meistens dann im Futter.
Victoria (44:19.024)
okay, wusste ich gar nicht.
Victoria (44:34.222)
Ach so, ja genau, das ist ja seit diesem Jahr. Aber selbst davor war es ja auch schon so bisschen, da musstest ja trotzdem kündigen können. Also... Naja.
Lennart (44:37.582)
Ja, davor war's wilder Westen.
Lennart (44:43.47)
Ja, genau. Also vieles, was früher dem Abo so einen schlechten Ruf eingebracht hat, ist mittlerweile eigentlich gar nicht mehr legal und möglich. Aber das ist bei den Konsumenten, glaube ich, oft nur nicht so fangart. Genauso wie beispielsweise, dass sich Jahresabos automatisch dann ein weiteres Jahr verlängern, das mittlerweile auch nicht mehr erlaubt. Also dann wird es nach einem Jahr immer monatlich kündbar. Gerade im Fitnessstudio-Bereich kannte man das ja früher, dass dann plötzlich 600 Euro abgebucht wurden und man wusste nicht so genau warum.
Und es ist oft auch ein Wettbewerbsvorteil, man dann, also wenn man weiß, man ist in einem Markt unterwegs, wo die Kunden frustriert sind und man ist dann plötzlich so der Good Guy. Also ich glaube Netflix, Spotify und Co. oder auch der Urban Sports Club, die haben das sehr gut erkannt, dass die Leute halt hart genervt sind von diesen Knebelverträgen und haben dann als Teil ihrer Kommunikation von Anfang an gesagt, du kommst jederzeit einfach wieder raus.
Victoria (45:36.526)
ganz kurz noch mal zu diesem Punkt mit dem jährlichen verlängern, wenn jemand zustimmt und benachrichtigt wird, dass es sich jährlich verlängern und so weiter, dann ist es dann immer noch monatlich kündbar.
Lennart (45:45.603)
Ja, also der einzige, also ich bin jetzt kein Jurist, aber der einzige Fall, wo man das nochmal machen kann, ist, wenn die Nutzer dann nochmal einen neuen Vertrag abschließen, der dann quasi wieder eine neue Erstlaufzeit hat. jetzt passiv das Ganze nochmal automatisch ein Jahr zu verlängern, ist eigentlich illegal.
Victoria (45:46.84)
Uuuh!
Victoria (46:03.95)
Okay krass, sehr interessant. Interessant auch, das müsste man mal recherchieren, wie das für B2B ist, ich kann mir mir vorstellen, dass da immer wieder, wie immer, Regeln gelten.
Lennart (46:11.562)
Das auf jeden Fall, genau, also da gelten auf jeden Fall andere Regeln. Und was man auch bedenken muss, dass das monatlich kündbar ist. Das heißt nicht unbedingt, dass es monatlich abgerechnet wird. Also oft ist es ja dann so, dass auf dem Konto plötzlich der nächste Jahresbetrag abgebucht wird. Man hat aber trotzdem den Anspruch zu kündigen, kleiner Verbraucherschutzhinweis an dieser Stelle, und dann kriegt man halt den Rest zurückerstattet. Das ist auch so Thema, was die Anbieter natürlich dann ganz strategisch nutzen. Also die Frage, wie oft wird man Abo jetzt eigentlich abgebucht,
Einmal ein großer Batzen vom Konto oder lieber jeden Monat ein kleiner Batzen. Das ist natürlich auch Teil der Kommunikation und Teil der Bindung, weil jeder Kontoauszug ist dann auch eine Erinnerung. Daran lohnt sich das noch.
Victoria (46:51.69)
Und gibt es da ein allgemeines Best Practice? Ist es zum Beispiel besser jährlich abzurechnen im Durchschnitt oder ist es sehr anders je nach Modell?
Lennart (46:58.534)
ist sehr anders. Also ich habe jetzt noch keine pauschale Empfehlung gehört und ich glaube, es hängt auch sehr stark von dem Gesamtpreis ab. Also wenn das jetzt irgendwie 500 Euro sind, dann gucken sich Leute das auf dem Konto sehr genau an. Wenn dein Jahresbetrag nur 80 Euro sind, dann ist das glaube ich auch okay. Also beispielsweise Blinkist gibt es meines Wissens nach gar nicht im Monatsabo. Und vielleicht haben die sogar dadurch auch eine kleine Markt...
Glück entdeckt oder gesetzt. Glück, ich weiß gar nicht, wie die das regeln, aber Blinkist kostet, glaube ich, 80 Euro im Jahr. das ist ein Betrag, den die Leute dann, glaube ich, auch mal bereit sind, auszugeben. Zumal das erste Jahr oft 40 oder 60 Prozent rabattiert ist durch Angebotsaktionen. Da kann ich total verstehen, dass die dann auch sagen, wir haben einfach keine kürzeren Laufzeiten. Ja, total.
Victoria (47:39.631)
Bei diesem Kleingzeug fahren wir gar nicht erst an hier. Hallo. Aber was wir auch gesagt haben und was auch so ein bisschen noch auf der Liste steht, was man glaube ich nochmal erwähnen muss, ist dieses Thema Abo verpflichtet, weil also Abos sind ja auch, wie wir eben schon gesagt haben, eine Lieferverpflichtung. also ich glaube, wenn man wirklich Anbieter ist und jetzt auch ein kleines Business hat oder so, da muss man sich natürlich auch überlegen, so
Was macht man? Und du hast eben schon was gesagt, was ich sehr spannend fand und wo ich nochmal drauf eingehen will. Dieses, man kann dann auch nicht mehr so viel rum experimentieren. Also sind Abonnenten wirklich so viel veränderungsresistenter als Neukunden? Also was kann man in Abos auch machen?
Lennart (48:22.356)
Also ist jetzt ehrlich gesagt eher so mein Bauchgefühl oder mein Eindruck. Aber es ist schon oft so, wenn du was dann veränderst, dass es einen relativ großen Aufschrei gibt. Natürlich am stärksten, wenn du die Preise erhöhst. ist klar. Aber wenn du jetzt ein beliebtes Feature beispielsweise abschaffst, machst du dich sehr schnell unbeliebt. Oder wenn du als Streamingdienst eine Serie einstellst, die die Leute gerne geschaut haben, wenn plötzlich die Gilmore Girls nicht mehr in deinem Katalog sind, obwohl das für die Leute so eine feste Herbstroutine war, die immer bei Netflix zu gucken.
Das sind schon immer so Momente, wo du die Leute einfach verärgerst. Ich hatte einmal eine Podcast-Folge darüber gemacht beim Tagesspiegel, weil die ihr Zeitungsformat umgestellt haben. Und wenn Leute halt seit 40 Jahren Abonnenten sind und jeden Morgen auf ihrem Küchentisch die Zeitung in einem bestimmten Format liegen hatten und ich habe bei der Zeit schon mal Fotos gesehen von Nutzern, wo wirklich der Zeitungsabzug eingebrannt war in den Holz-Est-Tisch, weil die Sonne halt diesen Teil verschont hat.
Dann ist das natürlich eine gewisse Umstellung und dann gehen die Leute auch erst mal irritiert und verärgert. Und dann musst du ihnen halt auch erklären, okay, es ist jetzt irgendwie ein kleineres Format, aber trotzdem ist es noch der gleiche Inhalt. Es wird jetzt auch nicht weniger und so weiter und so fort. Also du musst sie schon mehr mitnehmen, weil sie halt mit ihrem eigenen Geldbeutel dafür zahlen. Genau.
Victoria (49:42.799)
Teil sind auch. Hast du denn ein paar interessante Geschäftsmodelle, so als Beispiel, wenn man sich mal anguckt, so okay, was ist denn so ein Creator-Beispiel, was man auch macht? Weil es wird ja auch oft empfohlen, man eben, also Abos schließen ja meistens die wenigsten ab, bezahlte Abos. Ob es da irgendwas gibt, wo man sagt, so hm. Also ich glaube, was gibt es da, dieses Autopreneur-Beispiel, glaube ich.
Lennart (50:06.856)
Genau, ich hatte vor kurzem Philipp Drache zu Gast. Das ist ein Mensch, der früher bei Daimler gearbeitet hat. Dort in der internen Unternehmensberatung, wenn ich mich jetzt nicht täusche. Und der dann irgendwann gesagt hat, er schreibt jetzt lieber über die Branche und macht das, finde ich, auch sehr gut und pointiert. Also schreibt über die Transformation der deutschen Autobranche und ehrlich gesagt auch sehr kritisch, was sie alles nicht hinbekommen und warum die Chinesen ihnen gerade den Rang ablaufen.
und hat daraus ein ganz gut laufendes Business gemacht mit mehr als 10.000 Empfängern. Und ich weiß nicht ganz genau, wie viele Zahlen der Abonnenten er hat, aber ich glaube, mein letzter Stand war so 40.000 Newsletter-Empfänger. War sogar schon in den Tagesthemen als Experte oder mal kurz bei Markus Lanz als Automobil-Experte. Der hat vor ein paar Monaten angefangen, regelmäßigen Newsletter über die Branche zu schreiben. Und das finde ich ist ein sehr spannendes Beispiel.
zeigt aber auch, ich glaube nach wie vor, Großteil seines Umsatzes kommt über Werbeeinnahmen, weil er natürlich auch Entscheider in der Auto-Branche erreicht, die dann für Zulieferer und andere Werbekunden eine attraktive Zielgruppe sind. der experimentiert mit seinen Abo-Modellen, hatte am Anfang so ein eher niedrigpreisigeres B2C-Abo, wo der einzelne Nutzer dann für ein paar Euro pro Monat abgeschlossen hat.
Das war aber im Vertrieb relativ kleinteilig und schwierig und hat dann festgestellt, dass er lieber auf Unternehmens-Abo gehen will. Die kosten dann auch gleich mal irgendwie 40, 50 Euro pro Lizenz und Monat und die werden dann oft auch im Paket verkauft, dass dann beispielsweise der Daimler wieder direkt mal für 20 Mitarbeiter so ein Abo abschließt und dann Mengen-Rabatt bekommt.
Das ist ein ganz spannendes Beispiel, wo er, glaube ich, Großteil seiner Kosten über Werbung deckt und das Abo dann eher so ein Experimentierfeld ist, mit dem er sich dann aber langfristig auch unabhängiger machen kann. Und was das Beispiel, finde ich, ganz gut zeigt, ist, dass ein Abo schon auch viel mehr Geduld braucht, bis man damit dann auch nachhaltig finanziert ist. Und dementsprechend finde ich das eigentlich auch ganz smart, dass man erst mal mit Werbung startet.
Victoria (52:18.03)
Mhm.
Lennart (52:21.886)
und sich dann parallel über Jase seinen Abostand aufbaut.
Victoria (52:26.414)
Ja, vor allem, weil man ja auch wirklich erst mal gucken muss, wie du auch gesagt hast, was überhaupt die Leute wollen oder wer auch der perfekte Kunde für das ist, weil man ja ja auch, egal was man für einen Content macht, oft mehrere Zielgruppen. Und welche Zielgruppe die am besten monetarisierte ist, ist ja auch oft erst bei vielen nach mehreren Jahren sichtbar, dass man merkt so, ich dachte, ich mache das, aber in Wirklichkeit ist eigentlich die wahre Interessensgruppe die, oder ich ändere so bisschen den Winkel und zack, wird es B2B interessant, obwohl ich vorher dachte, ich richte mich an Autofans oder wie auch immer das dann ist.
Lennart (52:31.054)
Kanal.
Lennart (52:47.502)
Genau.
Lennart (52:54.366)
Hundertprozentig. Und ich hab's auch ein paar Mal erlebt im Verlagsbereich auch, dass man ein Bezahlabok gestartet hat und dann hatte man so 30, 40 zahlende Nutzer. Das war bei weitem nicht genug, die eigenen Kosten zu decken, aber man konnte sich jetzt auch nicht so schnell wieder rausziehen. Und dann hat man halt über Jahre irgendwie so ein dahinsiechen des Business vorangetrieben, hat sich aber auch nicht getraut, das radikal zu verändern, weil man halt die zahlenden Kunden hat.
Deswegen, man sollte das erst starten, wenn man sich relativ sicher ist, dass man schon zum Start weg genug Kunden hat, es zumindest mal Freude macht.
Victoria (53:28.91)
Das ist aber das echt voll der wichtige Punkt und ich bin ziemlich sicher, dass ich da in meiner Membership-Folge auch darauf hingewiesen habe, dieses für günstige Preise so ein paar Leute in so ein Abo reinzukriegen, das ist das Allerschlimmste, was man machen kann. Dann sollte man lieber ein On-Off-Ding machen, weil da eine Dauerleistung erbringen zu müssen für viel zu wenig Geld ist die Definition von Wahnsinn. Also da muss man sich schon sehr, sehr, sehr sicher sein oder zumindest irgendeine Mindestlinie festlegen, dass das macht. Also viele Leute sagen, sie wollen
Lennart (53:41.134)
Richtig.
Lennart (53:49.038)
Ja.
Victoria (53:57.631)
Dauerumsätze und das einzige, was sie kriegen, ist komplett unterbezahlte Verpflichtungen. Und das ist ein Problem, liebe Leute. Don't do it.
Lennart (54:05.582)
Genau. Ich muss zugeben, ich bin selbst auch in der Situation, also ich biete selbst kein Abo an, obwohl ich es immer plädige, aber mein Podcast und mein Newsletter sind beide kostenlos, weil ich mich größtenteils über Werbung und über Beratung finanziere, weil ich immer mal wieder so die Bierdeckrechnung aufgestellt habe. Wenn ich jetzt ein paar hundert Leute dazu bekäme, dass sie mir 10 Euro im Monat für diesen Newsletter bezahlen, dann habe ich vielleicht 1000, vielleicht 2000 Euro an Monatsumsatz, müsste dafür aber
deutlich mehr Arbeit reinstecken und hätte dann weniger Zeit für meine Beratungsprojekte. Also am Ende lohnt sich das in der Größenordnung kaum. Und dafür ist meine Nische, mein Markt dann glaube ich zu klein.
Victoria (54:46.158)
Ja vor allem, wenn du mit so 10 Euro Abos anfängst. Du müsstest ja dann irgendwas machen, was ein Product heißt, Service auf Abo oder irgendwie sowas ist. Dann würde es ja vielleicht noch Sinn machen, aber...
Lennart (54:48.782)
Zu ist dich.
Lennart (54:53.422)
Genau. Und wenn ich jetzt ein 50 Euro Abo anbiete, dann ist halt mein Abo mein Vollzeitjob. Dann habe ich keine Zeit mehr für Beratung und für anderes. das Abo hat natürlich dann auch wieder nachteilige Auswirkungen auf andere Geschäftsmodelle, die man vielleicht parallel betreibt. Und das sollte man nicht unterschätzen.
Victoria (55:10.318)
Ja, ich habe jetzt auch von vielen gehört, die Abos machen, die sagen, alles andere haben sie gekillt. Weil wenn das Abo erstmal läuft, dann ist das der Vollzeitjob sozusagen.
Lennart (55:20.086)
Genau. Also so ein blöder Spagat ist oft ein Riesenproblem. Also gerade auch dieser Konflikt dann zwischen Werbeumsatz und Aboumsatz, weil du dann immer wieder an die Frage kommst, okay, mache ich jetzt diesen Inhalt, der vielleicht eine riesige Reichweite bringt, mache ich den exklusiv oder mache ich den frei, damit ich Werbeumsätze habe? Und jedes Mal muss man abwägen und die eine oder die andere Seite wird dann darunter leiden.
Victoria (55:42.831)
Ja, aber ich finde das mega spannend. Also ich hatte zum Beispiel, wer das interessiert, in Folge 302 Hanna zu Gast, die jetzt auch einen bezahlten Podcast-Abo anbietet. Und sie meinte auch, dass alle anderen Sachen nur sehr extrem runterschrauben oder macht sie sogar, glaube ich, gar nicht mehr, wie auch immer, weil einfach dieses Ding so gut läuft. Wo ich mir denke, ja mega, aber das war überhaupt nicht so geplant oder so. Sie hat das halt langsam aufgebaut und die Leute gesammelt und dann irgendwann ist halt der Kipppunkt.
Und ich glaube, Größte, den man machen kann, ist das Runterschätzen. Weil man denkt so, ich will dauerhaft einkommen und dann schludert man irgendwie so was Halbherziges dahin. Und dann hat man einfach wie gesagt diese Dauerverpflichtung. Man hat kein ordentliches Onboarding, man hat nichts und dann kann man es glaube ich auch einfach lassen.
Lennart (56:22.478)
Und die Frage ist auch mal, was macht man, wenn man mal einen längeren Urlaub machen möchte? Also gerade wenn man Solo-Preneur ist...
Victoria (56:26.666)
Die Leute, die diesen Podcast hören, wollen keinen Urlaub machen, die wollen arbeiten, die wollen Geld verdienen. Im Gegenteil, ist ja heutzutage das neue Statussymbol, das passive Einkommen war ja immer schon der Traum. ich glaube, diese Live-Balanz, die ist schon sehr erstrebenswert. Deswegen ja, voll der wichtige Punkt, weil man will ja auch mal eine Pause machen oder so.
Lennart (56:29.582)
Okay, nachvollziehbar.
Lennart (56:52.222)
Genau, also wenn man noch einen Monat raus ist, die Leute aber in diesem Monat 20 Euro bezahlt haben, da muss man sich halt gut was überlegt haben, die Zeit auch gefüllt wird. Das heißt, einen Monat davor muss man dann doppelt so viel Content produzieren.
Victoria (57:02.958)
Ja, halt vor Plan alles, das stimmt. Du hast auch noch eine interessante These, ich ja auch mal so bisschen aufgreifen wollte. Nämlich du hast ja so bisschen die These, dass heute der normale Creator-Manager bzw. Unternehmer heute teilweise viel krassere Tools zur Verfügung hat als mancher Großverlag. Stimmt das? Also what?
Lennart (57:19.982)
Ja und nein. Wie gesagt, ich kenne die Verlagsbranche sehr, gut, weil ich seit vielen Jahren da arbeite. Und ein Problem, was mir dort oft begegnet, ist, dass die eine unglaublich komplexe technische Infrastruktur haben. Also irgendwie ein eigens gebautes Content-Management-System, dann noch eine Aboverwaltung, die da schon angeschlossen ist, dann irgendwie ein New-Setter-Tool. Und all das muss irgendwie über Schnittstellen miteinander zusammengeklebt werden. Und
Die sind dann zum Teil sehr mächtig, aber sie sind zum Teil auch sehr träge und oft auch ein bisschen eingeschränkt. Und mittlerweile gibt es wirklich fantastische Tools wie beispielsweise Beehive, Ghost, Substack oder auch Steady, die ähnliche Funktionsumfänge für Solopreneure zur Verfügung stellen. Also ich selbst nutze für meinen Newsletter Beehive und bin sehr zufrieden damit. Und da hast du mehr oder weniger alles aus einer Hand. Es ist ziemlich nahtlos integriert.
Unbezahlte Werbung
Victoria (58:20.672)
Ihr könnt meine affiliate-Link drunter setzen, dann ist es bezahlte Werbung. Ha!
Lennart (58:23.214)
gute Idee. Genau, also du hast einerseits ein sehr einfach zu bedienendes und mächtiges Newsletter-Tool. Du hast die Bezahloptionen direkt da drin, ohne dass du jetzt noch viele andere Tools anschließen musst. Du hast teilweise mittlerweile auch Podcast-Funktionalitäten da drin. Du hast ein CRM-System, wo du deinen ganzen Kunden verwalten kannst. Du hast eine
Werbeplattformen, also wo andere Unternehmen sich einen sehr tollen komplexen Ad-Server anschaffen müssen, kannst du einfach auf deren Ad-Network zugreifen. Disclaimer, funktioniert vor allem, glaube ich, für den englischsprachigen Markt.
Victoria (58:59.438)
Aber Bi-Hive, sind so krass, was die raushauen an Features. Also das ist der Wahnsinn.
Lennart (59:02.222)
Ja, total. Und das ist ehrlich gesagt in vielerlei Hinsicht besser und einfacher und komfortabler als vieles, was Großverlage zur Verfügung haben, weil es halt nicht so verbaut ist wie so eine selbstgebaute Infrastruktur. Gleichzeitig macht es das natürlich auch für alle anderen einfacher. Also das Ding ist mittlerweile, früher war Technologie so ein Wettbewerbsvorteil, wo du dir auch Konkurrenz vom Leib halten konntest, weil die anderen es halt nicht geschafft haben, sich so eine
so eine Seite zu bauen. Mittlerweile stehen die Tools halt jedem zur Verfügung und man merkt das ja gerade im Content-Bereich. Man konkurriert halt mit der Kreativität der kompletten Welt. Das gilt dann auch für bezahlte Newsletter, das gilt dann auch für Podcasts und so weiter und so fort, weil alle haben diese relativ einfachen und relativ kostengünstigen Tools zur Verfügung. Und dann geht es einfach darum, dass man seine Zielgruppe besser versteht oder dass man irgendwie eine exklusive Nische gefunden hat oder dass man einfach ein viel, besseres Produkt hat als alle anderen, die.
auch in den Markt sehen können. Gerade bei Substacks sieht man, dass da sind halt hunderttausende von Leuten, irgendwelche Substacks haben und die, die signifikantes Geld verdienen, sind halt ein Bruchteil davon. Also alle haben die Mittel, aber nicht alle schaffen es dann, mit diesen Mitteln gleichermaßen zu monetarisieren.
Victoria (01:00:17.47)
glaube, das ist tatsächlich am Ende des Tages immer wieder das Gleiche überall, dass die Faktoren, was quasi selten ist oder was schwierig ist, das ändert sich, weil einfach z.B. technischer Zugang in dem Fall, ja, okay, woran ist es dann noch? Okay, man muss halt dann den besonderen Inhalt haben oder so. Also am Ende des Tages ist immer das wertvoll, was selten ist. Und wenn jetzt halt Technologie raus ist, dann muss man halt denken, so Mist, jetzt brauche ich plötzlich kreative Ideen. Oder ich bin der Einzige, der in die bestimmte Ziope X anspricht oder so.
Lennart (01:00:37.358)
Siehacken!
Lennart (01:00:42.478)
Kino.
Victoria (01:00:46.06)
Das macht natürlich auch sehr unbequem, weil so viele Sachen passieren in der Online-Welt.
Lennart (01:00:49.378)
Ja, früher an Verlagsbranche waren es irgendwie Druckmaschinen und Lieferanten, Papier und so weiter, was dir die Konkurrenz vom Live gehalten hat. Mittlerweile kann jeder eigentlich innerhalb von ein paar Minuten eine Online-Zeitung starten. Und dann ist es eher die journalistische Qualität, entscheidet.
Victoria (01:01:05.998)
Oder halt die coolen Games, die man sich... Vor allem die Games, sind wir mal ehrlich, das sind am Ende die Games. Brauchen wir gar nicht was anderes sagen. Ich glaube, ist ja dann auch so bisschen dieser Punkt mit diesem, was eigentlich jetzt so einen einzelnen, ich sag jetzt mal Online-Creator, ob sich das jetzt noch Online-Journalist nennt oder ein Online-was auch immer, die nennen sich ja alle unterschiedlich, die Leute, jetzt zuhören.
Lennart (01:01:09.678)
vor allem die Games.
Okay.
Victoria (01:01:29.918)
dass man tatsächlich wirklich nicht unterschätzen darf, was für krasse Tools, selbst solche Sachen wie Beehive und diese ganzen Sachen waren vor, keine Ahnung, fünf bis acht Jahren noch so kompliziert. Und das, was in den letzten, ich weiß nicht, ob es zehn Jahre oder halt einfach gefühlt, sagen wir mal zehn Jahre, dass wir safe, was da alles noch nicht da war, was heute ist, ist der Wahnsinn, was die technischen Möglichkeiten angeht.
Lennart (01:01:50.103)
Ich habe vorhin erst einen Screenshot gesehen. Beehive kommt ja eigentlich aus dieser Morning Brew Szene. Also Morning Brew, einer der größten Business Newsletter aus den USA mit, ich glaube, über vier Millionen täglichen Lasern. der Gründer von Beehive, Tyler Denk, der war früher Produktmanager bei Morning Brew und hat quasi die Tools gebaut, die er bei Morning Brew teilweise hatte und wollte sie halt demokratisieren und anderen Menschen zugänglich machen.
Das wird oft unterschätzt, wenn Leute jetzt heute Morning Poo angucken und denken, okay, das kann ich ja easy nachbauen. Aber Morning Poo ist halt zu einer komplett anderen Zeit entstanden, als sie quasi ohne Wettbewerb da standen, weil sie diesen Kanal Newsletter halt früh erkannt haben. Und klar, über Newsletter, ich bin ja viel in dem Belatungsbereich unterwegs, aber wer jetzt auf die Idee kommt, mit Newsletter noch groß durchzustarten, ist leider in vielen Fällen einfach spät dran.
Victoria (01:02:39.275)
Och manno!
Lennart (01:02:41.998)
Wie gesagt, es gibt immer noch Nischen, aber das ist halt das Ding. Also wenn du jetzt irgendwie so den Plighten Business Newsletter startest, damit hättest du vor 15 Jahren, glaube ich, erfolgreich sein können, weil es halt keine Ahnung gab. Aber heute musst du dann eher halt eine kleine Nische finden, die noch nicht besetzt ist und kannst da immer noch super erfolgreich sein. Aber es ist jetzt einfach nicht mehr der wenig umkämpfte Markt, der es früher mal war. genau, was Tyler Denkhalt gepostet hat, war, wie die früher bei Beehive ihre E-Mails hart in HTML gecodet haben.
Und viele so Komfortfunktionen, mittlerweile dazugekommen sind, die in Produktionsaufwand von Tagen auf Minuten oder Stunden drunter brechen, die sind halt mittlerweile jedem zugänglich.
Victoria (01:03:20.078)
Ich kann übrigens auch empfehlen, der hat einen sehr lustigen Newsletter selber, also der nicht der Corporate Newsletter ist, Desk Energy. Und weißt du was so lustig ist, weil da steht so viel drin und so weiter. Und das, ich immer angucke, ist ganz, ganz am Ende, dass er hat immer so einen KI generierten Arbeitsplatz drin. Und das gucke ich mir immer an, weil egal ob mich das da drüber interessiert oder nicht, ich gucke immer, was gerade wieder gepromtet wurde, wie, also er nimmt dann auch Einreichungen von anderen Leuten entgegen. Was ja im Prinzip die Analogie ist zu diesen Games.
Lennart (01:03:23.566)
Pichter-Skanergy.
Victoria (01:03:49.685)
Was gucke ich mir an? Ja, der Content, alles mega interessant. Aber was ich mir immer angucke, ist der KI-generierte Desk, der auch so bisschen diesen Titel abschließt. Also wir Menschen sind irgendwie doch teilweise ein bisschen einfacher Gemüter.
Lennart (01:04:04.078)
Ja, und die Leute wollen unterhalten werden. Der Fachbegriff dafür ist übrigens die Scroll-Belohnung. Das ist das, was am Ende des Newsletters steht, was die Leute dafür belohnt, dass sie bis zum Ende scrollen. Gehört auch zu diesen Gewohnheiten. Also wenn du ein Newsletter vier, fünf Mal geöffnet hast und immer weißt, dass am Ende was Witziges kommt, dann bist du halt auch gut motiviert, den beim nächsten Mal wieder bis zum Ende zu lesen.
Victoria (01:04:23.434)
Voll gut, direkt mal wieder noch einen Fachbegriff gelernt. Mega. Ach ja, Lennart, voll gut. Dann haben wir doch hier jetzt erst mal allen erzählt, was sie da machen sollen. Aber wie gesagt, Leute, kein Anfängerprodukt. Das muss man schon mit ein bisschen Fingerspitzengefühl machen. Aber wenn man es ordentlich macht, ist es natürlich für viele Leute die Geldmaschine. Aber wenn man es halt nicht ordentlich macht, dann
Lennart (01:04:41.94)
Es ist das beste Geschäftsmodell, aber es ist auch eins der komplexesten.
Victoria (01:04:46.022)
Anspruchsvoll, anspruchsvoll. Aber wir sind ja anspruchsvolle Leute, deswegen können wir da auch nicht drüber reden. Gibt es denn irgendwelche Sachen, die ich noch fragen sollte oder die du noch teilen möchtest, wo ich jetzt nicht drauf eingegangen bin? Haben wir irgendwas vergessen?
Lennart (01:04:51.15)
Kino
Lennart (01:04:57.94)
Ähm, ich glaube nicht. Also, es gäbe noch sehr viel mehr, aber dafür gibt's ja auch das Buch.
Victoria (01:05:02.336)
Ich wollte schon sagen, dafür sollte man Subscribe Now von Lennart Schneider kaufen. Und auch da setzen wir natürlich den Link in die Show Notes. Ich habe ernsthaft überlegt, ob ich das mit den Amazon Affiliate Links lasse, weil es ist ja so witzig, witzlos, was bei Amazon für Affiliate Kommissionen bezahlt werden. Da kriegt man irgendwie so, keine Ahnung, drei Cent oder so. Da lohnen sich andere Sachen mehr, kann ich nur sagen. Und trotzdem werde ich es natürlich verlinken, egal auf welche Seite und mit welchem Affiliate Link das passieren wird.
Lennart (01:05:20.078)
Wow.
Victoria (01:05:28.666)
Ansonsten könnt ihr auch, liebe Leute, wenn euch das ganze Thema interessiert, wie gesagt, wir haben noch diese andere Folge, die kam auch in meinem Podcast raus, wo ich umgekehrt mit in Lennards Podcast geredet habe. Dann gibt es noch andere Folgen von Lennard, die wir auch in die Shono setzen werden. Also ihr könnt euch durch ein ganzes Archiv hören, auch bei Lennards eigenen Podcasts. Subscribed now. Super viele spannende Leute. Du hast ja auch so die Big Company Menschen da immer bei dir drin.
Lennart (01:05:51.502)
Genau, also ich würde mal sagen, fast alle großen deutschen Verlage inzwischen und viele auch SaaS oder App-Unternehmen, die man so kennt, bin ich auch ganz stolz drauf, dass das mittlerweile so eine gute Bandpleite geworden ist. Weil mein Fokus ist halt immer, Abos, Porgen übergreifen zu bezachten. Das war, ich, die Mische, die ich damals entdeckt habe, weil sich die Verlagsleute nur mit Verlagsleuten ausgetauscht haben, die Appleute nur mit Appleuten. Und mein Ziel war es, diese Grenzen so bisschen aufzulockern.
Victoria (01:06:14.806)
Das finde ich voll cool. Das ist bisschen ähnlich wie bei mir, wo ich auch immer dachte, die sind alle so unterschiedlich unterwegs, aber in Wirklichkeit haben alle so die ähnlichen Probleme deswegen. Sehr, cool. Und du bist natürlich jetzt auch nie schon famous geworden. Also es ist mir eine große Ehre, dass ich dich hier haben darf und natürlich auch mein eigenes Exemplar von Subscribe Now liegt. Das nächste Mal, ich in der Gegend bin, lasse ich mir natürlich noch signieren. Dann kann ich sagen, ich kannte Lennart Schneider, ich war mit ihm schon ein paar Mal in meinem Podcast und habe mit ihm geredet.
Lennart (01:06:23.342)
Anzukommen.
Lennart (01:06:27.137)
Yay!
Lennart (01:06:37.438)
unbedingt.
Victoria (01:06:44.126)
Nee, aber im Ernst voll cool, dass du da warst. Ich glaube, man konnte sich hier einiges mitnehmen. Vor allem, wie gesagt, so Sachen, sich auf den ersten Blick einfach oder simpel so als Erkenntnis anhören, wie dieses Aha-Erlebnis. Aber wenn man solche Sachen dann im Griff hat, das sind ja oft so ein paar Stellschrauben. Und wenn man das dann auf Masse schafft, umzusetzen, dann super viel, was man, glaube ich, daraus mitnehmen kann. Von daher, Leute, wir setzen alles nicht schon los und weiterhin viel Erfolg und natürlich auch weiterhin viel Erfolg bei der Buchpromo.
Lennart (01:07:12.366)
Vielen Dank für die Einladung. ist eine Freude, zu sein. Ich bin regelmäßiger Hörer und Fan.
Victoria (01:07:19.784)
Dankeschön, wir gucken, wann du das nächste Mal hier bist. Ciao, ciao!
Lennart (01:07:22.191)
Tschüss!
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