Von 1000 Ideen zu EINEM Masterplan: So entwickelst du deine Business-Strategie für 2027

Strategische Entscheidungen zu treffen bedeutet leider auch immer, dass man Dinge fallen lassen muss. Genau das ist für viele Selbstständige und Online-Unternehmer eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt.

Denn meistens haben wir nicht zu wenige Ideen - wir haben viel zu viele! 👀

Es gibt 1000 Möglichkeiten, wie du dein Business weiterentwickeln könntest: Neue Produkte, neue Projekte, neue Positionierungen, neue Geschäftsmodelle. Und ganz ehrlich: Vieles davon klingt erst einmal ziemlich gut und shiny und “viel besser als alles davor” und überhaupt!

Wenn du online bist, dann siehst du ja auch an allen Ecken und Enden Möglichkeiten.

Oh, eine neue Plattform!

Oooh, einen Youtube-Kanal sollte man jetzt also auch haben?

Instagram wirkt nicht mehr? Vielleicht TikTok?

Und sollte ich meine High Ticket-Produktstrategie lieber für Onlinekurse aufgeben…

Hmmmmm….

(So ungefähr läuft es in vielen Köpfen ab!)

Aber eine gute Strategie bedeutet eben nicht, dass man möglichst viele dieser Möglichkeiten umsetzt. Eine Strategie, die dir was bringt, entsteht daraus, dass du dich für die (wenigen!!) richtigen entscheidest und zu sehr vielen anderen ausdrücklich Nein sagt.

Inhaltsverzeichnis:

    Willkommen zu Teil 3 meiner Next Era im Business-Serie! (Hier geht es zu Teil 2 und zu Teil 1)

    In den ersten beiden Teilen haben wir uns damit beschäftigt, wie du dein bestehendes Business analysierst, in welcher Phase du dich gerade befindest und welche Veränderungen für dich überhaupt sinnvoll wären.

    Jetzt kommen wir zum dritten Schritt: Wie übersetzt du diese Erkenntnisse in konkrete strategische Entscheidungen? Und wie entwickelst du daraus einen Masterplan für dein nächstes Businessjahr?

    Denn das ist letztendlich das Ziel dieser ganzen Sache.

    Die Gedanken dazu kannst du weiter unten ausführlich lesen. Aber wenn du lieber ein Video schauen willst, hier ist es:

    (Alles aus dem Video folgt hier auch als Text)


    Okay.

    Legen wir also los.

    Erstmal: Strategische Entscheidungen zu treffen setzt eine unglaubliche Energie frei!

    Wenn du erstmal sicher bist, was genau du tun wirst (und es deinen Zielen, deinem Charakter, deiner Businessphase - und deinem Leben entspricht), dann ist es oft, als hätte sich ein Knoten gelöst.

    Aber…

    (du wusstest, dass ein “aber” kommt, oder)?

    … das wird keine einfache Angelegenheit!

    Warum deine Jahresplanung nicht mit dem Kalender beginnen sollte

    Ich habe in den letzten Jahren ziemlich viele Jahresplanungs-Workshops gegeben und dabei eine Sache festgestellt:

    Diejenigen, die ihre Jahresplanung besonders erfolgreich abgeschlossen und anschließend auch wirklich durchgezogen haben, waren meistens diejenigen, die sich schon vorher die richtigen Gedanken gemacht hatten.

    Denn die eigentliche Jahresplanung – also das Herunterbrechen deiner Ziele auf konkrete Schritte und Termine – ist im Prinzip das Endstadium des gesamten Strategieprozesses.

    Ganz am Ende steht deine tägliche To-do-Liste.

    Aber bevor du weißt, was du heute machen musst, solltest du wissen, was diese Woche ansteht. Bevor du deine Wochen planst, musst du wissen, was du in welchem Monat erreichen möchtest. Davor steht deine Quartalsplanung.

    Und vor all dem brauchst du eine grundsätzliche Strategie.

    Übrigens: Ja, ich bin mir bewusst, dass “Strategie” ein schwierig greifbares Wort ist. Aber es ist das, was über all deinen Taktiken und kleinen Schritten steht. Wie der große Schirm, der alles zusammenhält.

    Mit diesem Gedanken kannst du also jetzt weiterlesen.

    Und zwar mit der nächsten Frage:

    Wo möchtest du eigentlich hin?

    Vielleicht denkst du dabei in den nächsten zwölf Monaten - oder vielleicht hast du auch einen groben Dreijahresplan.

    Ich weiß, dass es in meinem Publikum beide Persönlichkeitstypen gibt: Die einen finden es unglaublich beruhigend, schon ungefähr zu wissen, wo sie in drei Jahren stehen möchten. Für andere ist so eine langfristige Planung der absolute Horror, weil sie sich dadurch eingeengt fühlen. (“Halloooo, ich lasse mich nicht in Jahres-Kasten stecken, no way!!”)

    Beides ist okay.

    Wenn du noch keinen ultimativen Plan für dein gesamtes Leben hast, ist das überhaupt nicht schlimm. Die meisten Menschen schauen nicht wahnsinnig weit voraus und kommen trotzdem ziemlich gut klar. (Es ist fast immer besser, im Business zu handeln, als zu zaudern. Allerdings solltest du das als Fortgeschrittener strategisch tun. Darum ging es auch in Teil 2 der Serie.)

    Für unsere Zwecke reicht es erst einmal, wenn wir uns die nächsten zwölf bis vierzehn Monate anschauen.

    Denn 2027 steht vor der Tür, und ich finde es ziemlich sinnvoll, sich jetzt damit auseinanderzusetzen – anstatt Anfang Januar festzustellen, dass man eigentlich noch gar keine Strategie hat.

    Oder irgendwann mitten in der Plätzchenfutterzeit dazusitzen und zu denken: Damn it, ich müsste ja auch noch mein nächstes Businessjahr planen.

    So sollte man es nicht machen, liebe Leute.

    Was soll sich in deinem Business tatsächlich verändern?

    Wenn du die ersten beiden Teile dieser Serie mitgemacht hast, solltest du inzwischen einen relativ klaren Blick darauf haben, wo du mit deinem Business stehst und was du eigentlich möchtest.

    Jetzt geht es darum, diese Erkenntnisse zu konkretisieren.

    Was soll sich in den nächsten zwölf Monaten tatsächlich verändern?

    Und ich meine damit nicht unbedingt, wie viel Umsatz du nächstes Jahr machen möchtest.

    Natürlich können Umsatzziele dazugehören. Aber gerade für fortgeschrittene Unternehmerinnen und Unternehmer ist das häufig überhaupt nicht mehr die entscheidende Frage.

    Viele wissen längst, wie sie Geld verdienen können.

    Das Problem ist eher, dass sie herausfinden möchten, wie sie weiterhin gut Geld verdienen, ohne dass ihr Business ihr gesamtes Leben einnimmt.

    Wie können sie ihr Geschäftsmodell so verändern, dass es langfristig besser zu ihnen passt?

    Wie können sie etwas aufbauen, das sie auch in drei oder fünf Jahren noch gerne machen?

    Denn man kann ziemlich lange durch reine Willenskraft und Power ein Business aufrechterhalten, das man eigentlich gar nicht mehr möchte. ERSTAUNLICH lange sogar! (Vor allem, wenn du jung und fresh bist und dein Körper dir jeden Tag Nudeln und null Bewegung verzeiht!) Aber irgendwann knickt das ein.

    Und deshalb lohnt es sich, jetzt die Weichen so zu stellen, dass dein Business nicht nur finanziell funktioniert, sondern auch langfristig zu deinem Leben passt.

    Finde den größten Hebel für deine nächste Business-Phase

    Wenn du weißt, was sich verändern soll, kommt die nächste Frage: Was würde den größten Hebel für diese Veränderung darstellen?

    Das ist eine Frage, die ich sehr häufig in meiner Arbeit mit fortgeschrittenen Selbstständigen stelle.

    Und interessanterweise sind die größten Hebel meistens keine 25 kleinen Optimierungsmaßnahmen.

    Es sind eher wenige, relativ große und häufig auch ziemlich anstrengende Dinge. Das sind häufig keine Projekte, die man mal eben an einem Nachmittag erledigt … Was im Übrigen auch Teil des Problems ist!

    Denn diese großen strategischen Projekte passen nicht besonders gut zu unserem kurzfristigen Dopamin-Hit-Gehirn.

    Sie haben häufig ein zeitversetztes Ergebnis. Du investierst heute Arbeit, Zeit und vielleicht auch ziemlich viel Geld, aber die eigentlichen Ergebnisse werden erst Monate später sichtbar.

    Es ist eben selten so, dass man auf einen Knopf drückt und sofort das Geld in die Kasse rasselt. (Falls du diesen Knopf gefunden hast: Good for you! Für die meisten von uns funktioniert Business allerdings ein bisschen anders.)

    Und gerade bei fortgeschrittenen Unternehmerinnen und Unternehmern geht es deshalb häufig darum, die wenigen wirklich großen Hebel zu identifizieren.

    Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, in welcher Business-Phase du dich befindest.

    Wenn du gerade große neue Assets aufbaust, kannst du normalerweise nicht gleichzeitig in einer maximalen Profit-Phase sein.

    Beide Ziele können sich sogar direkt widersprechen.

    Und genau deshalb ist es so wichtig, zunächst einmal zu entscheiden, worum es in den nächsten zwölf Monaten eigentlich gehen soll.

    Eine gute Strategie ist auch eine Liste von Dingen, die du NICHT machst

    Wenn du deinen größten Hebel identifiziert hast, ergeben sich daraus normalerweise einige wenige strategische Entscheidungen. Vielleicht zwei, drei oder vier.

    Okay okay okay… Bist du bereit? Denn jetzt wird es unangenehm.

    An dieser STelle stelle ich meinen Kundinnen und Kunden gerne die nächste Frage:

    Was machen wir denn jetzt mit den anderen 1000 Dingen, die du auch noch gerne machen würdest?

    Und dann kommt meistens erst einmal Widerstand. Weil es ja alles so tolle Ideen sind! Vielleicht wolltest du schon ewig einen bestimmten Kurs entwickeln. Vielleicht träumst du seit Jahren von einem Podcast, einer neuen Marke oder einem zusätzlichen Geschäftsmodell. Und vielleicht wäre das sogar alles ziemlich cool.

    Aber irgendwo tief in deinem Herzen weißt du eigentlich schon, dass gerade nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist. Das ist der Punkt, an dem eine gute Strategie anfängt, ein bisschen wehzutun.

    Denn eine Strategie ist nicht nur eine Liste von Dingen, die du machen möchtest. Eine gute Strategie ist immer auch eine Liste von Dingen, die du ausdrücklich NICHT machst.

    • Was wird geparkt?

    • Was wird geschlossen?

    • Was wird erst einmal weggelegt?

    • Welche Projekte darfst du in den nächsten Monaten NICHT anfangen?

    Für alle Shiny-Object-Online-Unternehmer ist das natürlich eine ziemliche Horrorvorstellung. Aber genau darum geht es.

    Ent-scheidungen! Zack, zack. Sachen fallen weg.

    Du musst nicht jede gute Idee umsetzen. Und vor allem musst du sie nicht sofort umsetzen.

    Du musst deine Ideen nicht löschen. Aber du musst sie PARKEN.

    Falls dir dieser Gedanke schwerfällt, gibt es ein paar Methoden, mit denen du dich selbst ein bisschen austricksen kannst.

    Eine Möglichkeit ist beispielsweise, einen Ordner für deine ganzen großartigen Ideen anzulegen.

    Wenn du wieder diesen unwiderstehlichen Impuls verspürst, irgendein neues Projekt anzufangen, das überhaupt nichts mit deiner aktuellen Strategie zu tun hat, legst du die Idee dort ab.

    Sie ist damit also nicht verloren, du darfst sie nur gerade nicht umsetzen. (Das kannst du also zum Selbsttrost verwenden!)

    Eine andere Methode, die ich ebenfalls gerne empfehle, ist, dir eine begrenzte Zeit für deine neue Idee zu erlauben. Vielleicht ein oder zwei Stunden.

    Du darfst brainstormen, ein bisschen konzipieren und deiner Begeisterung freien Lauf lassen. Aber wenn der Wecker klingelt, ist Schluss. Ende Gelände! Dann legst du das Ganze weg und widmest dich wieder deinen eigentlichen Prioritäten.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit diesem Shiny-Object-Craziness-Game umzugehen.

    Ich beschäftige mich selbst seit Jahren damit und kann zumindest behaupten, dass ich inzwischen markant besser darin geworden bin.

    Aber die grundsätzliche Entscheidung musst du natürlich trotzdem treffen. Und zwar vorher…

    Also, um das zusammenzufassen:

    Nicht alles, was du machen *könntest*, gehört auch in deinen nächsten Business-Masterplan.

    Bring deine strategischen Projekte in die richtige Reihenfolge

    Wenn du deine Ideen aussortiert hast, bleibt normalerweise eine erstaunlich überschaubare Liste an wirklich wichtigen Projekten übrig.

    Und die nächste Frage lautet: In welcher Reihenfolge solltest du diese Dinge eigentlich angehen? Das klingt erst einmal ziemlich banal, ist aber extrem wichtig.

    Denn viele strategische Projekte bauen logisch aufeinander auf…

    Ich gebe dir ein Beispiel aus meinem eigenen Business.

    Ich befinde mich gerade selbst in einem größeren Neupositionierungsprozess. Dazu gehören unter anderem neue Texte, Veränderungen an meiner Website und auch neue Fotos.

    Im November habe ich dafür ein ziemlich großes Fotoshooting geplant, auf das ich mich schon voll freue.

    Aber bevor ich dieses Fotoshooting mache, muss ich natürlich wissen, wie ich mich überhaupt positionieren möchte.

    • Wie soll meine Marke wirken?

    • Welche Botschaft möchte ich mit den Bildern transportieren?

    • Welche Art von Fotos brauche ich?

    • Und welche Locations passen dazu?

    Wenn ich mir diese Fragen vorher nicht beantworte, kann es passieren, dass ich ziemlich viel Geld für Bilder ausgebe, die hinterher überhaupt nicht den Vibe oder die Aussage transportieren, die ich eigentlich erzielen möchte.

    Deshalb muss die Positionierung vor dem Fotoshooting stehen.

    Und das Fotoshooting wiederum muss stattfinden, bevor ich bestimmte Teile meiner Website finalisieren kann.

    Es gibt also eine ziemlich logische Reihenfolge.

    Das Problem ist nur, dass wir häufig direkt zu den Schritten springen möchten, auf die wir am meisten Lust haben.

    (Anyone??)

    Wir sind excited, wir wollen anfangen, wir wollen endlich etwas umsetzen.

    Und dann überspringen wir die langweiligen Vorarbeiten. (Hinterher wundern wir uns dann, dass das Ergebnis nicht besonders gut geworden ist.)

    Deshalb solltest du dir deine strategischen Projekte einmal nebeneinanderlegen und ganz bewusst überlegen:

    • Was muss zuerst passieren?

    • Welche Projekte bauen aufeinander auf?

    • Und welche Dinge sollten ausdrücklich erst später stattfinden?

    Nur weil du ein bestimmtes Projekt für das dritte Quartal geplant hast, bedeutet das nicht, dass du es plötzlich im ersten Quartal vorziehen solltest, weil du gerade so wahnsinnig Lust darauf hast.

    Genau hier kommt wieder deine strategische Disziplin ins Spiel.

    (Kein beliebter Begriff, ich weiß… Diszipliiiin! Da steckt schon “iiih” drin!)

    Warum du eine Not-to-do-Liste brauchst

    Eine der hilfreichsten Methoden ist meiner Meinung nach eine explizite Not-to-do-Liste. Und ich kann dir gar nicht sagen, wie oft ich mich in den letzten zwölf bis achtzehn Monaten selbst an meine eigene Liste erinnern musste. (HÜSTEL)

    Gerade wenn du schon länger selbstständig bist, passiert nämlich etwas Interessantes:

    Es kommen immer mehr Möglichkeiten auf dich zu.

    Menschen fragen dich für Kooperationen an, du bekommst neue Ideen, jemand schlägt dir ein gemeinsames Projekt vor oder du entdeckst irgendeine spannende Opportunity.

    Und natürlich könnte das alles interessant sein.

    Aber die entscheidende Frage ist nicht, ob etwas grundsätzlich eine gute Möglichkeit ist… Das ist es oft! Die Frage ist, ob diese Möglichkeit gerade zu deiner Strategie passt.

    Und wenn die Antwort Nein lautet, dann musst du eben auch Nein sagen.

    Selbst wenn es sich um etwas handelt, das du eigentlich gerne machen würdest. Für mich funktioniert es deshalb sehr gut, meine strategischen Prioritäten möglichst simpel festzuhalten.

    Stell dir vor, du hast drei große Projekte oder Themen identifiziert, die du in den nächsten zwölf Monaten voranbringen möchtest.

    Dann schreibst du dir diese drei Dinge auf einen Post-it und klebst ihn an deinen Schreibtisch.

    Und jedes Mal, wenn du etwas Neues anfangen möchtest, stellst du dir die Frage:

    Bringt mich das, was ich gerade tue, bei einem dieser drei Punkte voran?

    Oder trägt es zumindest dazu bei, mein laufendes Tagesgeschäft und damit meinen aktuellen Umsatz aufrechtzuerhalten?

    Wenn die Antwort auf beides Nein lautet, machst du gerade wahrscheinlich unnötiges Zeug.

    Und wenn man sich selbst einmal ein bisschen kritischer beobachtet, stellt man fest, wie häufig das eigentlich passiert. Es ist regelrecht haarsträubend, wenn man das mal genauer anguckt…

    Die wirklich wichtigen Business-Projekte sind meistens nicht dringend

    Jetzt könnte man natürlich sagen: Aber Victoriaaaa, ich bekomme doch trotzdem alles irgendwie geschafft!

    Und das stimmt häufig sogar. Das Problem ist nur, dass gerade die Projekte, die dein Business wirklich zentral voranbringen würden, meistens nicht dringend sind.

    Du kennst wahrscheinlich die Eisenhower-Matrix. Dabei werden Aufgaben danach eingeteilt, ob sie wichtig oder unwichtig und dringend oder nicht dringend sind.

    Und wir Menschen haben die schöne Angewohnheit, uns bevorzugt mit den Dingen zu beschäftigen, die dringend sind. Oder noch besser: mit den Dingen, die unser Gehirn uns als dringend verkauft.

    E-Mails beantworten zum Beispiel. Man setzt sich morgens an den Schreibtisch, öffnet sein Postfach und verbringt erst einmal zwei Stunden damit, irgendwelche Nachrichten zu beantworten.

    Dabei würde bei den meisten Online-Selbstständigen wahrscheinlich überhaupt nichts Schlimmes passieren, wenn sie stattdessen zwei Stunden konzentriert an ihrem wichtigsten strategischen Projekt arbeiten würden.

    Aber die E-Mails fühlen sich DRINGEND an. Das strategische Projekt dagegen nicht. Und genau deshalb bleibt es ständig liegen.

    Denn große strategische Projekte sind häufig unangenehm, langsam und zeigen nicht sofort Ergebnisse.

    Man kann sie wunderbar einen Tag verschieben. Und dann noch einen (tüdelüüüüü). Und … ja okay, dann halt noch eine Woche. Weil ja auch nix Auffälliges, also ERSTMAL nichts passiert, wenn man erst nächste Woche daran weiterarbeitet.

    Bis man irgendwann feststellt, dass schon wieder sechs Monate vergangen sind und man bei seinem wichtigsten Business-Projekt kaum weitergekommen ist.

    Das ist meiner Meinung nach eine der größten Herausforderungen für fortgeschrittene Selbstständige.

    Du musst lernen, nicht nur auf das Tagesgeschäft zu reagieren, sondern dir ganz aggressiv Raum für die Dinge zu schaffen, die langfristig den Unterschied machen.

    Und dafür braucht man manchmal ziemlich viel Disziplin.

    Oder jemanden, der einem regelmäßig auf die Finger klopft. ;-)

    Ab einem gewissen Punkt bringt dich mehr Machen nicht mehr weiter

    Und damit kommen wir zu einem Gedanken, den ich besonders wichtig finde: Denn ich glaube, dass sich hier etwas Grundsätzliches verändert, wenn man vom Business-Anfänger zum fortgeschrittenen Unternehmer wird.

    Am Anfang besteht das ganze Spiel eigentlich vor allem aus Machen.

    Machen, machen, machen. (Hustle genannt) Noch mehr machen - und meiner Meinung nach absolut nötig. Du musst Erfahrungen sammeln, Dinge ausprobieren, deine ersten Kunden gewinnen, Angebote entwickeln und überhaupt erst einmal verstehen, wie dein Business funktioniert.

    Und ganz ehrlich: Am Anfang bringt dir stundenlanges strategisches Nachdenken häufig gar nicht besonders viel.

    Du hast schließlich noch keine Daten und du weißt noch nicht, was funktioniert. Diese Phase kann bei vielen Selbstständigen durchaus drei oder fünf Jahre dauern.

    Aber irgendwann kommt ein Punkt, an dem du merkst: Durch noch mehr Machen komme ich eigentlich gar nicht mehr weiter. Du kannst nicht einfach immer mehr Stunden arbeiten - oder immer neue Produkte raushauen.

    Irgendwann musst du dich hinsetzen und anfangen, anders über dein Business nachzudenken.

    Und das ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer ein ziemlich großer mentaler Switch.

    Denn plötzlich wird Denken selbst zu einem wichtigen Teil deiner Arbeit.

    Strategisches Denken IST Arbeit

    Ich beobachte das bei mir selbst bis heute: Ich habe manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich einfach irgendwo hinsetze und nachdenke.

    Ich gehe beispielsweise wahnsinnig gerne spazieren und denke dabei über meine Projekte nach.

    Oder ich setze mich in ein Café, trinke einen Matcha Latte (oh, was bin ich nur für ein Klischeee! Aber ich schwöre, ich hab das erst vor einem Jahr für mich entdeckt! Und das schmeckt mir wirklich!!) und lasse meine Gedanken ein bisschen laufen.

    Und dann sehe ich mich manchmal gedanklich von außen und denke: Victoria, du sitzt hier mitten am Tag in einem Café und trinkst einen Matcha Latte. Was machst du eigentlich hier?

    Du müsstest doch arbeiten!

    Du müsstest doch E-Mails beantworten, Projekte umsetzen, irgendetwas Produktives tun!

    Aber tatsächlich arbeite ich in diesen Momenten. Denn strategisches Denken ist jetzt ein Teil meiner Arbeit. Und in meiner aktuellen Business-Phase ist es teilweise MINDESTENS genauso wichtig wie die konkrete Implementierung.

    Das musste ich allerdings auch erst lernen.

    Gerade wenn du aus der Experten- oder Dienstleisterwelt kommst, in der du am Anfang unglaublich viel rödeln musstest, fällt es schwer, dir diese Denkzeit überhaupt zuzugestehen.

    Weil du so daran gewöhnt bist, dass Arbeiten bedeutet, etwas sichtbar zu erledigen: Emails schreiben, Feuer löschen, Kundenaufträge abschließen, zack zack.

    Aber wenn du irgendwann ein laufendes Business, eine etablierte Audience und bestimmte Hebel aufgebaut hast, lohnt es sich immer mehr, Zeit in strategische Überlegungen zu investieren.

    Weil eine einzige gute Entscheidung möglicherweise viel mehr verändert als die nächsten hundert Aufgaben auf deiner To-do-Liste.

    Und deshalb finde ich: Wenn du es schon geschafft hast, dir ein funktionierendes Business aufzubauen, dann musst du dir diese Zeit auch nehmen.

    Du hast sie dir verdient.

    Aus deiner Strategie wird jetzt dein Masterplan

    Kommen wir zurück zu unserem eigentlichen Prozess.

    Du hast jetzt im Idealfall mehrere Dinge gemacht:

    1. Du hast analysiert, wo dein Business gerade steht und was sich verändern soll.

    2. Du hast identifiziert, welche großen Hebel dich tatsächlich voranbringen würden.

    3. Du hast die strategischen Entscheidungen getroffen, die dafür notwendig sind.

    4. Du hast bewusst festgelegt, welche Ideen und Projekte du erst einmal NICHT verfolgst.

    5. Du hast deine wichtigsten Projekte in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht.

    Und erst jetzt kommt die eigentliche Jahresplanung.

    Jetzt kannst du anfangen, deine strategischen Projekte auf die einzelnen Quartale und Monate herunterzubrechen.

    Danach auf die Wochen.

    Und schließlich auf deine tägliche Arbeit.

    Das ist noch einmal ein ganz eigenes Thema, über das ich vielleicht an anderer Stelle ausführlicher sprechen werde.

    Denn allein die Schritte, die wir gerade besprochen haben, sind schon ein ziemlich großer Gedankenhaufen.

    Okay…

    Ich erzähle das hier natürlich alles relativ flockig.

    Aber in Wirklichkeit können diese strategischen Überlegungen ziemlich lange dauern.

    Und gerade wenn du sehr nah an deinem eigenen Business bist, ist es häufig hilfreich, das Ganze mit anderen Menschen durchzusprechen.

    Am besten mit Menschen, die Ahnung von Businessmodellen, Positionierung und Strategie haben und dir auch einmal eine andere Perspektive geben können.

    Denn manchmal dreht man sich alleine einfach nur im Kreis.

    Du möchtest deinen Business-Masterplan nicht alleine entwickeln?

    Falls du gerade an dem Punkt stehst, an dem du weißt, dass sich in deinem Business etwas verändern soll, du aber noch nicht genau herausgefunden hast, wie du das strategisch angehen möchtest, gibt es zwei Möglichkeiten, mit mir daran zu arbeiten.

    Zum einen starte ich demnächst ein neues, begleitetes Beta-Gruppenprogramm, in dem wir uns genau mit diesen Themen beschäftigen: deiner nächsten Business-Ära, deiner Positionierung, deinem Geschäftsmodell und den strategischen Entscheidungen, die dich in den nächsten Monaten weiterbringen sollen.

    Wenn dich das interessiert, kannst du dich auf die Warteliste setzen. Die ersten Informationen gehen zunächst exklusiv an die Menschen auf dieser Liste.

    Und wenn du lieber individuell mit mir arbeiten möchtest, gibt es außerdem meinen 1:1-Masterplan-Workshop.

    Dabei schauen wir uns gemeinsam dein bestehendes Geschäftsmodell, deine nächsten Ziele und deine strategischen Möglichkeiten an und entwickeln daraus einen konkreten Plan.

    Das Angebot richtet sich insbesondere an fortgeschrittene Selbstständige, Experten und Online-Unternehmer, deren Business auf ihrem Wissen, ihren Fähigkeiten, ihrer Expertise oder auch ihrem Content basiert.

    Also Menschen, die beispielsweise ein Expertise-Business aufgebaut haben und jetzt herausfinden möchten, wie die nächste Phase aussehen soll.

    Fazit: Deine nächste Business-Ära beginnt mit Entscheidungen

    Wenn du aus diesem Artikel nur eine Sache mitnimmst, dann hoffentlich diese: Eine gute Business-Strategie entsteht nicht dadurch, dass du immer mehr Dinge auf deine To-do-Liste schreibst.

    Du musst rausfinden, was WIRKLICH wichtig ist. Die fetten Hebel sozusagen - oder DEN fetten Hebel. Du musst danach zu guten Sachen nein sagen.

    Damit du anschließend konsequent an den wenigen Dingen arbeitest, die dein Business tatsächlich verändern werden.

    Gerade wenn du schon länger selbstständig bist, wird es immer wichtiger, nicht einfach nur noch mehr zu machen, sondern bewusster zu entscheiden. (Und auszusortieren!)

    Denn höchstwahrscheinlich brauchst du für deine nächste Business-Ära gar nicht 1000 neue Ideen. Im Gegenteil… Du musst 999 davon aussortieren.

    Und du brauchst … einen richtig guten Masterplan!


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