Business-Gruppe entschlacken: 6 Firmen als Paar führen - ist das zu viel? (Mit Marina Zubrod)


Firmen schließen und verkaufen, wie geht das?

Marina Zubrod hat zusammen mit ihrem Mann eine ganze Unternehmensgruppe aufgebaut. Darin hat sie satte 6 (!) Firmen untergebracht, unter anderem eine PR-Agentur, mehrere eigene Marken und eine Investmentfirma für Start-ups. *bäääm* 👀

Doch nun will Marina ihre Unternehmensgruppe verkleinern und hat sogar schon eine Firma geschlossen. Sie legt ihren Fokus auf neue Dinge und arbeitet bereits an ihren nächsten Ideen. 😎

Warum Marina diesen Schritt macht und wie ein Firmenverkauf überhaupt funktioniert, erfährst du in der neuen Podcast-Folge!🎧

Mehr zu Marina findest du hier:

Weitere Links zur Folge:

 

Learnings aus dem Interview mit Marina

Wachstum ist super. Sagen alle. Mehr Firmen, mehr Umsatz, mehr Leute, mehr Verantwortung. Nur: Was, wenn "mehr" einfach irgendwann "zu viel" wird?

Genau darüber habe ich mit Unternehmerin Marina Zubrod gesprochen. Sechs Firmen hat sie aufgebaut - und sagt jetzt: "Ich mache bewusst kleiner." Kein Drama. Keine Niederlage. Sondern eine smarte Entscheidung.

Warum das so ist? Und was du für dein Business daraus mitnehmen kannst? Lies weiter.

Von 6 auf 2 Firmen - eine bewusste Entscheidung

Marinas Unternehmensgruppe ist ein echtes Powerhouse:

  1. Agenturen für PR, Social Media und Influencer Management

  2. Eigene Brands: Beauty, Schmuck, Home Textilien

  3. Investments und Personal Brand

Klingt fancy, oder? Aber: "Wachstum der Wachstum willen" - das ist irgendwann einfach nur noch Ballast. Marina sagt es ganz klar: "Es war nie mein Ziel, mit 35 eine Unternehmensgruppe zu führen. Das hat sich entwickelt. Aber ich muss das nicht ewig weiterführen."

Jetzt ist der Fokus: Zusammenlegen. Straffen. Loslassen. Nicht, weil es schlecht läuft. Sondern weil es sich nicht mehr gut anfühlt.

Müde, Führungskraft zu sein - und das ist okay

"Ich bin müde geworden, Führungskraft zu sein." Das sagt Marina ohne Weichzeichner.

Mitarbeiter führen heißt Verantwortung. Nicht nur für Zahlen - sondern für Menschen, für deren Alltag, Entwicklung, Sicherheit. Irgendwann kommt der Punkt, wo man merkt: Ich will das nicht mehr. Nicht, weil man es nicht kann. Sondern weil man sich selbst verändert hat.

Marinas Lösungsvorschlag? "Natürlich könnte ich einen Geschäftsführer einstellen. Aber 100 % Anteile bedeuten auch 100 % Verantwortung. Egal, wer das operative Geschäft macht - die Haftung bleibt bei mir." Ein oft verdrängter Punkt, den viele unterschätzen.

Influencer-Management? Nein danke

Ein weiteres Feld, das Marina aktiv zurückgebaut hat: exklusives Influencer-Management.

Warum? Weil der Markt sich ihrer Ansicht nach gewandelt hat.

  • Budgets werden kleiner

  • Konkurrenz ist größer

  • Viele Influencer haben keinen unternehmerischen Weitblick

"Es reicht heute nicht mehr, nur ein schönes Produkt in die Kamera zu halten. Du brauchst echte Mehrwerte, eine klare Community, neue Kanäle. Das machen aber viele nicht."

Und als Agentur? "Ich will mich nicht in eine Verantwortung zwingen lassen, die sich wirtschaftlich nicht mehr trägt." Deshalb: klare Entscheidung, das Angebot zu streichen. Fokus auf die Bereiche, die wirklich Sinn machen.

Einzelhandel schließen - weil Flexibilität wichtiger ist

Auch der Store am Hamburger Jungfernstieg wird geschlossen. Kein "Notnagel", sondern bewusster Move. Der Store war Showroom, Office, Matcha-Store, Workshop-Location - alles auf einmal.

Cooles Konzept? Ja.

Aber:

  • Jeden Tag aufschließen

  • Anwesenheit sichern

  • Null Flexibilität mit kleinen Kindern

  • "Ich will meine Kids aufwachsen sehen. Das ist es mir nicht mehr wert."

Online-Business hat längst gezeigt, dass Umsatz und Präsenz keine feste Location brauchen.

Marinas Fazit: "Einzelhandel lohnt sich nur, wenn du wirklich dafür brennst. Und das tue ich nicht mehr."

Neues Standbein: Skalieren ohne Mitarbeiter

Wachstum ja - aber anders. Marina und ihr Mann bauen sich gerade ein neues Standbein auf: Digitale Produkte, die skalieren, ohne einen riesigen Apparat dahinter.

Beispiele:

  • Amazon-Buchreihen mit 365-Tage-Tipps (z.B. "365 Tage nach der Abfindung")

  • Airfryer-Rezeptbücher (24 Stück in der Pipeline - von Keto bis deutsche Küche)

  • Affiliate-Modelle, die nachhaltig nebenbei laufen

Der Clou: "Wir arbeiten an Projekten, die wir selbst steuern können. Ohne großes Team, ohne B2B-Druck, ohne Terminhölle." Weniger Orga. Mehr Umsetzung. Mehr Freiheit.

Unternehmensverkauf und Projektverkauf - so geht's pragmatisch

Marina verkauft nicht nur Produkte, sondern auch Unternehmensteile.

Ihre Tipps:

  • NextChange - die Unternehmensbörse der Handelskammer

  • Facebook-Gruppen für Projektverkauf

  • Eigene Netzwerke aktivieren (z.B. Konkurrenz direkt ansprechen)

Wichtig dabei: "Man muss realistisch bleiben. Es ist keine Schande, wenn ein Asset nicht für den Preis verkauft wird, den man sich mal vorgestellt hat. Besser verwerten als verfallen lassen."

Ein smarter Hinweis: Auch digitale Assets wie Domains, Webseiten oder Content-Bibliotheken können verkauft werden. Virtueller Frühjahrsputz quasi.

Fokus ist das neue Wachstum

Marinas Story zeigt eins: Wachstum ist kein Muss.

"Ich habe alles erlebt: Sichtbarkeit, Skalierung, Personal Brand, Fernsehauftritte. Und jetzt? Jetzt reicht es auch mal."

Reduzieren bedeutet nicht Rückschritt. Es ist oft der mutigere Weg. Weil es bedeutet, Verantwortung abzugeben. Weil es bedeutet, sich zu fragen: Was will ich wirklich?

Für Marina heißt das:

  • Weniger Firmen

  • Mehr Freiheit

  • Digitale Projekte mit Hebelwirkung

  • Keine Kompromisse bei Lebensqualität

Das ist Wachstum. Nur eben smarter.

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